Schlagwort-Archive: Wilhelminismus

Anmerkung zu einem wichtigen Beitrag von Heiner Flassbeck vom 8. Oktober 2018

[…] Weil ich sehen wollte, was die AfD zu den niedrigen Zinsen in Europa sagt, habe ich mir deren Grundsatzprogramm angeschaut. Und siehe da: Die AfD, die sich doch einst gerade wegen der Eurofrage stolz die Professorenpartei nannte, hat den mit Abstand wichtigsten Sachverhalt, um den es beim Euro geht, gerade nicht begriffen. Sie schreibt nämlich (auf Seite 35), der notwendige Ausgleich unterschiedlicher Produktivitätsentwicklungen durch nominale Auf- und Abwertungen werde durch den Euro verhindert. Das ist falsch. Diesen Ausgleich schaffen Wechselkursänderungen genau nicht. Sie gleichen lediglich Inflationsunterschiede aus, aber niemals Produktivitätsunterschiede. Eine nominale Abwertung kann, wie ich gerade wieder gezeigt habe

(__[__siehe__] „Lohnstückkosten — warum dieses Maß und warum ist es so wichtig?“__ ),

nur eine nominale Differenz ausgleichen, aber keine reale.

Wenn das keine Steilvorlage für die anderen Parteien ist? Wo ist der Bundesfinanzminister, der die AfD deswegen frontal annimmt? Wo der Bundeswirtschaftsminister, der doch scheinbar ganz genau weiß, was dem Welthandel fehlt. […]

Zitat im ZITAT:

[…] Auf die Frage eines Bürgers nach der internationalen Kritik an den deutschen Überschüssen antwortet der [Bundesfinanz]Minister unter anderem:

„[…] ich sag immer: Sorgt dafür, dass eure Industrie und eure Unternehmen wettbewerbsfähig sind, dass sie spannende Produkte herstellen, dann kaufen wir die auch in Deutschland und das ist dann im Interesse aller Beteiligten, weil die Weltwirtschaft nicht so funktioniert, dass der eine gewinnt und der andere verliert.

Sondern wir wissen seit 200 Jahren, seit dem großen englischen Ökonomen Ricardo, wissen wir, wenn es eine internationale Arbeitsteilung gibt, wenn es Exporte gibt und Importe gibt, dann profitieren alle Länder davon auch die, die vielleicht nicht ganz so günstig und ganz so erfolgreich sind wie die anderen.“

Diese Passage zeigt, dass der für internationalen Handel zuständige deutsche Minister keine blasse Ahnung von den Zusammenhängen hat, um die es dabei geht. Der große englische Ökonom hat eben nicht gesagt, dass die Tatsache, dass es Exporte und Importe gibt, bedeutet, dass alle Länder davon profitieren, sondern er hat das unter Annahmen abgeleitet, die heute in keiner Weise mehr gelten. Eine der Annahmen war Saldenlosigkeit. Der gleiche Ökonom hat nämlich sehr klar erkannt, dass es – zusätzlich zu all den anderen Annahmen – gerade keine Überschüsse und Defizite im Handel geben darf, damit alle Länder profitieren können.

Ende des Zitats im ZITAT (__Quelle: „Deutschland spricht – nicht“__)

Sie alle können offenbar die beste Steilvorlage nicht nutzen, weil sie selbst auch heute immer noch keine Ahnung haben, worum es beim Euro eigentlich geht. Sie verbreiten lieber weiter ihr übliches Bla-Bla und wundern sich, wenn große Teile der Wähler irgendwann genug davon haben und denen nachlaufen, die sie in ihren einfachsten Vorurteilen bestätigen.

Quelle: „Warum die Zinsen niedrig sind und Italien Unterstützung braucht“. Anmerkung zu einem wichtigen Beitrag von Heiner Flassbeck vom 8. Oktober 2018 weiterlesen

Was sich z.Z. in der EU ausbildet.

Das neoliberale Projekt wird also erst dann politisch kompromittiert sein, wenn eine kritische demographische Größe derjenigen erreicht ist, die begreifen, dass sie von diesem Projekt ganz offensichtlich nichts mehr zu erwarten haben.

(__Quelle: „Allianz des ‘progressiven’ Neoliberalismus„__)

Was sich z.Z. in der EU ausbildet. weiterlesen

Das Europa des neowilhelministischen Hegemonen und seine Zukunft

Im folgenden geht es um eine Feststellung, nicht um die Vision eines möglicherweise sich ereignen könnenden Prozesses. Das Europa des neowilhelministischen Hegemonen und seine Zukunft weiterlesen

Überlegungen zur Überwindung der real existierenden Lobbykratie. _ Teil I: Hintergrundausleuchtung.

Wer nun revolutionäre Parolen erwartet, wird enttäuscht werden. Wer nun nicht praktikables Theoretisieren erwartet, wird enttäuscht werden. Wer deshalb nun mit Sprachplanscherei rechnet, wird enttäuscht werden, denn die Lage ist ernst, sehr ernst, d.h. die Weltelite putscht gegen die Völker. Das ist keine verschwörungstheoretische These, sondern eine Feststellung: „TTIP“ und „NSA“ und „NATO“ stehen lediglich synonym für die zwei Seiten dieser Medaille.

(__Insbesondere zu neoliberalen Projekten à la TTIP möchte ich verdeutlichend folgendes zitierend anmerken:

[…] Meine Vermutung, daß […] mit sogenannten „Freihandelsabkommen“ à la TTIP ein globales Mittel geschaffen werden soll [wird] zur direkten Einflußnahme auf die Volkswirtschaften, die sich im Geltungsbereich solcher Abkommen befinden, müßte erst widerlegt werden, bevor ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen könnte, daß sie tatsächlich der Förderung von „Freihandel“ dienten, denn die Inhalte solcher Abkommen werden ausformuliert von Interessenvertretern der global agierenden Konzerne [und damit letztlich der Machteliten] — nicht von unabhängigen Fachleuten [mit dem in solchen Zusammenhängen notwendigen Gesamtblick], und können somit ausschließlich dem Schutz der Interessen der global agierenden Konzerne dienen – nicht dem Schutz menschenwürdiger Gesellschaften als solche. […]

Eigenes Zitat__)

Überlegungen zur Überwindung der real existierenden Lobbykratie. _ Teil I: Hintergrundausleuchtung. weiterlesen