Archiv für den Monat: November 2020

„[…] der einsiedlerische und raubtierhafte Mensch […]“

Die von Herrn Nietzsche an einer Stelle seines Werkes verwendete Phrase: „der einsiedlerische und raubtierhafte Mensch“ (_der menschlichen Frühzeit_) belegt schon für sich, daß dieser (_sich vermutlich eigen_willig verwendet haben lassende, oder un_willkürlich, später jedenfalls willkürlich verwendet wordene_) Denker der Politischen Reaktion als Treibstoff für seine Gedankenflüge ohne jedes Nachdenken — u.a. — von dem übernommen hat, was mitunter als „Sozialdarwinismus“ bezeichnet wird. Denn tatsächlich ist es sofort einsichtig, so man sich nicht auf solchen Flügen befindet, die einer von der Materia abgeschilferten Gedankenbahn folgen, daß, wäre der Mensch in seiner — soweit wir das wissen — „frühen Zeit“ ein „einsiedlerisches und raubtierhaftes“ Wesen gewesen, er als Spezies längst von der „biologischen Bildfläche“ verschwunden wäre. Das bedeutet selbstverständlich nicht, daß sie einst nicht von dieser verschwinden wird … so daß deshalb lediglich die Frage ist: Selbstverschuldet früher _oder_ entsprechend dem pulsatorischen Prozeß der Materia, der allerdings nichts von dem hat, was dieser (_eigen_will- oder un_willkürliche, später jedenfalls willkürlich verwendete_) Herr der Politischen Reaktion als „Wiederkehr des ewig Gleichen“ verkaufte und von seinen heutigen Verwandten im „Geiste“ weiterhin gern ge- und verkauft wird, normalprozeßlich verschwinden? Von diesem pulsatorischen Prozeß wird später noch in meinem letzten Buchprojekt (_von dem hier die Rede ist_) die Rede sein, aber was es damit auf sich hat, bzw. was dieses Materiatypische fürs Menschengeschlecht bedeutet, einfach deshalb, da es für alle Subprozesse der Materia gilt, wird schon in Teil 1 des Nachworts: „… was beruhigend ist“ von: «Ist der Monotheismus von seiner Anlage her ein elementarer Faktor der Gewalt?» genügend deutlich. …

© Joachim Endemann

Una piccola riflessione su una farsa che è l’espressione di uno sviluppo politico altamente pericoloso

Dato che signor Biden non è altro che una figura di Wall Street, l’esercito e i servizi segreti, i politici degli stati lobbycratici, insieme ai giornalisti delle corporazioni dei media e gli altri satelliti del sistema lobbycratico, si stanno almeno dimostrando ipocriti quando affermano che l’elezione del signor Biden è stata una vittoria per la democrazia. Dopo tutto, chi può dire che è la democrazia quando la differenza “cruciale” tra i signori Biden e Trump è che le risorse finanziarie di signor Trump provengono solo marginalmente da altri canali? Come può trattarsi di democrazia se le élite di potere e i loro satelliti vogliono soltanto giocare indisturbati al loro vecchio gioco di potere? Quindi questo gioco non è altro che un insulto a ciò che democrazia significa veramente. O il signor Biden non ha promesso che non cambierà nulla di fondamentale? Cioè, così come il signor Trump è un sintomo del sistema lobbycratico, il signor Biden è un altro. Semplice, non è vero? – Comunque, il fatto è che, tra l’altro, che la democrazia non è una questione semantica …

© Gioacchino Endemann

Bildungsbürger_tum

Man muß kein Nietzsche-Experte sein

(_vielleicht ist das sogar ein Nachteil, da es sich ja um einen Menschen, bzw. um dessen — so etagenreiches wie statisch fragwürdiges — Gedanken-Gebäude handelt und nicht um die Beschaffenheit eines architektonischen Gebäudes, dem man sich un_voreingenommen begutachtend nähert_)

um Nietzsche als einen so lebensschwächlichen wie verlogenen Schwätzer zu erkennen, an dem also nichts von dem war, das er sich selbst zusprach: bspw. Aufrichtigkeit, und er somit selbst jener „häßlichste Mensch“ gewesen wäre, von dem er unter der Maske des Zarathustras redet: so sein Lebensschwächliches zu projizieren, wie alle Lebensschwächlinge es tun, also bspw. die Insassen von Staaten der Machteliten, so — geht aus Sicht ihrer Satelliten nichts mehr — diese „Heil“ im Faschismus suchen

_l a s s e n d_.

Denn dieser offenbar ein Mensch, der seine Aussagen aus der Perspektive seines autistischen Seins konstruiert, die deshalb ihm allein zugänglich sein könnten, wegen seines aphoristischen Denkens aber quasi kontinuierlich durch andere Gedankensplitter verdeckt wurden, und

_so_

seinem gerade aktuellen Denken
nicht einmal im Wege stehen konnten,
da er sie einfach vergaß,

oder,

falls doch,

im gerade passenden
Sinne zurechtdrehte.



Ist man selbst kein Nietzsche-Experte, hat aber einen nicht unbeträchtlichen Teil des disparaten Werkes des Herrn Nietzsche gelesen, ist die Kenntnis der diesbezüglich aufklärerischen Arbeit eines anderen Menschen, wenn nicht Bedingung, so doch von großem Vorteil, um eine relativ offene Einsicht in das interessierende Thema gewinnen zu können, da so die Chance besteht, daß die eigene Herangehensweise eine _relativ_ offene bleibt — wegen der fehlenden Scheuklappen eines Experten. Diese diesbezügliche Arbeit hat Dieter Just geleistet, allerdings nicht allein diesen Herrn betreffend.

Interessant für mich persönlich ist, erst jetzt um dessen Arbeit zu wissen. Und ich weiß nicht, ob ich mich freuen kann, meine eignen Aussagen nicht revidieren zu müssen. Allerdings bedeutet das nicht, daß ich manche der Aussagen Dieter Justs nicht selbst für fragwürdig hielte. Das genau nicht, aber genau darum geht es in diesem Zusammenhang nicht. Hingegen soll diese Bemerkung besagen, daß ich seine intensive Beschäftigung mit dem nationalgefühlsetzenden Denken der Vertreter der Deutschen Philosophie zu schätzen weiß. Schon allein deshalb, da sie aus meiner Sicht horizontöffnend ist und _so_ meine eigenen Überlegungen stützen kann



Nun, Nietzsche ist das eine.

Wie aber diejenigen benennen, die sich diesen reaktiven Autisten, da tatsächlicher Lebensschwächling, zum Vorbild nahmen und nehmen? Immerhin konnten und können sie das allein deshalb tun, da sie lediglich die ihnen passend erscheinenden Sätze

andere aber nicht,
also so, wie es in einem Supermarkt geschieht

dieses Aphoristikers nehmen und diese zu einem

selbstverständlich!

säuberlich gebundenen Strauß zusammenstellen. Allerdings taten das die Ideologen des Nazismus’ auch, bloß nahmen die andere Sätze

und, aus deren Sicht, andere eben nicht,
also so, wie es in einem Supermarkt geschieht

dieses sich nicht nur selbst gegensätzlich widersprechenden, sondern seine eigenen Aussagen derartig ins Absurde münden lassenden Psychotikers, daß er schließlich sein eigenes Denkvermögen vernichtete. Abgesehen davon, daß diese Ideologen mitunter vergaßen, die Quelle ihrer Ergüsse zu nennen, da es ihnen für ihre propagandistischen Zwecke nicht opportun erschien, dies zu tun, tauschten sie das Subjekt der von ihnen ausgewählten Gedanken_Ware aus dem etagenreichen Gedankengebäude dieses Psychotikers.

Irre ist aber weniger, daß Nietzsche ein Psychotiker war, sondern, daß Menschen, die selbst nicht nur als gesund, sondern sogar als groß gelten, bspw. ein Herr Karl Jaspers, der diesen bis zu dessen von diesem zauberlehrlinghaft konstruierten Gedankengebäude vernichteten Psychotiker als gesund bezeichnet und damit dessen sich quasi permanent widersprechendes Niedergeschriebenes als von hohem philosophischem Wert seiend dem öffentlichen Meinen übergeben hat: bis heute zum freien _Je-nachdem-Gebrauch_ bestimmt …

Nun, hier scheint etwas auf, daß normalerweise begrifflich ver_gedeckt ist. Beispielsweise von einem Begriff, der heutzutage zwar kaum noch verwendet wird, inhaltlich aber ungebrochen präsent ist: „Bildungsbürgertum“. … Da nicken alle: die einen so, die anderen anders … aber: alle nicken

… wissend?


Bildungsbürger_tum

Bildungsbürger sind bildungskanonisch Ge_zogene:

_Das_ ist „Kultur“! … Verstehst du _das_ zu zitieren, bist du „drin“, da erst _dann_ die andren Bildungskanonischen wissen, daß auch du „weißt“ … sozusagen

_g a r_

… _so_

bildungskanonisch zu_gehörig

… bil_dung_er_wachsen …

demnach:

ein Kultur_Nationaler!

… und so:

aus_weislich

kulturnations_zugehörig

… sprich:

ein aus_wendig
Ein_Gebildeter bist! …

_A b e r_ :

das in dir aus_gebildet Ein_Gebildete

_muß_

in den bildungskanonischen Rahmen passen. …

Wie sollte man sich andernfalls von anderen unterscheiden, sich nicht frühzeitig „distanzieren“ können, läßt da jemand _nicht_ spätestens nach dem dritten kurzen Satz etwas „Bildungskanonischorientierendes“ ver_lauten …

Beispielsweise:

„es ist gut,
daß die Menschen so
verschieden sind!“

Aller_dings

wäre aus dem jenseits des Bildungskanonischorientierenden Liegenden,

also:

dem scheuklappenfreien Off,

da_rauf mit der für Bildungskanonische nicht verständlichen Frage zu antworten leicht:

Wäre aber gerade solches „Bildungskanonischorientierende“ nichts andres als Ausdruck einer projektionistischen Neurose?

Denn,

aus bildungskanonischer Sicht,

wie anders wissen, wer dem Kreis der „bildungskanonisch ‘Wissenden’“ an_gehört? Andernfalls spräche der womöglich längst revolutionär, ließ der nicht nach,

wie gesagt,

spätestens dem dritten kurzen Satz bildungskanonisch Orientierendes

_ab_

… _was_

einen klassischen Bildungskanoniker

wo_möglich

un_bedacht

applaudieren ließe, da diesem,

ohne
_wenigstens_
einen kleinen
bildungskanonisch orientierenden
Hin_weis,

dessen Gesprochenes keiner Kopf-Schublade zu_ordbar möglich machte

… was

— ab_gesehen vom
gedanklich zerrüttend Wirkenden

seinen für _ihn_ vorgesehenen
karrieristischen Auf_Stieg

ab_schießend

tournieren ließe …

Oder anders ausge_drückt:

Jen_seits ihres sie letztlich identitäts_los lassenden abgesteckten Orientierungsrahmens sind Bildungskanonische gefährliche menschlich Reduzierte, also: psychische Krüppel. Vergleichbar mit denjenigen, die höchstens schwach auszumachen sind, da sie im Dunkeln sitzen, sind psychische Krüppel an ihrer physischen Oberfläche glatt. …

Was mag geschehen,

bestimmen solche Krüppel
die Geschicke des Menschengeschlechtes?

… Vielleicht schauten
_Sie_ sich einmal um? …

Immerhin ist das kein
Thema der Vergangenheit.

© Joachim Endemann (_EndemannVerlag_)

… tragisch dumm …

Übernahme eines Kommentars von Hans-Rüdiger Minow
und einer daraus resultierenden Bemerkung.


Mit den USA untergehen
— Die deutsche Außenpolitik und die US-Wahlen

Hans-Rüdiger Minow

5. November 2020

Über den Verlauf der US-Wahlen und die Reaktionen der deutschen Außenpolitik lässt sich nicht mehr viel sagen. Was in Berlin über den amtierenden US-Präsidenten und seine nächtlichen Vorhaben zur Beendigung der Stimmenauszählung gesagt worden ist, über seine Selbstausrufung zum Sieger, über eine kommende Schlacht vor den US-Gerichten wegen angeblichen Wahlbetrugs – das alles ist harmlos, weil es den tatsächlichen Entwicklungen nicht entspricht. Es unterbietet das Ausmaß der Gewalt, die den Idealen der bürgerlichen Demokratie angetan wird, im angeblichen Stammland ihrer Herrschaft, so als wäre das alles nur ein böses Zwischenspiel, ein gefährlicher Auftritt, der im kommenden Akt, mit Protagonisten der besseren Art, mit einem anderen Skript und einer deutschen Souffleuse den Ausgang des Dramas noch abwenden könnte. Aber dazu ist es zu spät.

Die deutsche Außenpolitik hat vergeblich gehofft, zwischen zwei Unternehmern wählen zu können, von denen der eine dem genehmeren Typ der gemeinsamen Herkunft das Aussehen leiht, während der andere das Gewaltpotential einer illegalen Sanktionspolitik und die extralegalen Tötungsexzesse des US-Militärs völlig offen durchsetzt. Berlin hat gehofft, es könnte diskreter, mit der feineren Art derselben Gewalt zu Kompromissen gelangen, um die eigenen Sanktionen mit den eigenen Drohnen an den eigenen Orten deutscher Weltpolitik in Anschlag zu bringen. Aber dass die eigene Gewalt und die globale Gewalt der führenden Macht ein Ausmaß erreicht hat, das die innere Ordnung an der Basis zerstört und die Herrschaftsfraktionen in den Untergrund zieht, das hat Berlin nicht begreifen wollen und will es weiter nicht verstehen.

Was die deutsche Außenpolitik zu den Fraktionskämpfen anlässlich der US-Wahlen zu sagen hat – man sei entsetzt über den Angriff auf die Ideale der bürgerlichen Demokratie -, hat mit den Idealen der bürgerlichen Demokratie nichts mehr zu tun. Es ist die innere Zersetzung der bürgerlichen Demokratie, die im US-amerikanischen Wahlkampf einen Geruch der Gosse verbreitet.

Dieser Gestank ist nicht neu.

Als der amtierende US-Präsident vor einem Jahr in Greenville (North Carolina) die in Somalia geborene Ilhan Omar, Mitglied der politischen Konkurrenz im US-Repräsentantenhaus und Muslimin, vor einer brüllenden Menge zum Verlassen der USA aufforderte, stieg er in jenen Abgrund, aus dem der Gärstoff jeder zerfallenden Ordnung steigt. Die demagogische Rede, die mehreren respektablen, aber nicht-weißen Bürgern des Landes galt, quittierte das angefeuerte Publikum mit begeisterten Sprechchören “Send them back”. In diesen Chören entblößte sich der Zustand, in dem die äußere und innere US-Herrschaft schwankt und Faschisten hervorbringt (den präsidialen Faschisten und die, die er weckt).

Die deutsche Außenpolitik hat diese Szene nicht goutiert und hat vornehm getan, statt an die eigene Geschichte zu denken: Bedauerlich, aber kein Grund, an der sogenannten Wertegemeinschaft zu zweifeln. Berlin hat auf die andere Fraktion gesetzt. Nur ein Jahr später offenbart sich diese Wertegemeinschaft als ein apokalyptisches Bündnis, in dem es noch an einer Massenbewegung fehlt, um den Herrschaftstaumel der Führungsnation in eine autoritär-faschistische Form zu gießen.

Die deutsche Außenpolitik taumelt dieser Entwicklung hinterher, tut so, als hüte Berlin die demokratische Flamme, aber ist bereit, mit den USA unterzugehen. Aber egal wer die Wahlen gewinnt: Das ist ein hoher Preis, um die deutschen Exportvorteile zu wahren und hinter dem Atomschild der USA weltweit zu expandieren. Der Preis ist zu hoch, doch wenn kein Wunder geschieht, wird Berlin ihn bezahlen.

Quelle

© Hans-Rüdiger Minow
© GERMAN-FOREIGN-POLICY.com


Ich möchte ergänzen:

„Berlin“ wird mit oder ohne USA untergehen. Warum? Einmal deshalb, da ein Segeln im Windschatten anderer dauerhaft nicht möglich ist. Zum anderen deshalb, da die deutsche Machtelite und ihre Satelliten traditionell nicht zu konstruktiver Korrektur befähigt sind. Im übrigen ist mit diesem traditionellen Nichtbefähigtsein die ebenso traditionelle „Befähigung“, anderen die Schuld fürs eigene Versagen in die Schuhe zu schieben

also, feige die Verantwortung
für die Folgen des eigenen
politischen Forderns und Tuns abzuweisen
—,

unauflöslich verbunden. Fürs Erkennen dieses Sachverhalts genügte es, schaute man scheuklappenfrei auf die von der deutschen Politik geforderte EU-Austeritätspolitik und die daraus resultierende Zerstörung der europäischen Gesellschaften

… in Friedenszeiten.

(_Die Art und Weise des Umgangs mit der
SARS-CoV-2-Pandemie unterstreicht das
._)

Als Drittes kommt hinzu, daß sich die Masse der Menschen im deutschen Staat konstruktiv entscheiden _müßte_. Auch dafür gibt es traditionellerweise keine Hinweise.

Womit hängt das hier im Nachsatz Ausgedrückte _kausal_ zusammen? Damit, daß sowohl die deutsche Machtelite und ihre Satelliten als auch die Masse der Insassen des deutschen Staates traditionellerweise nicht über eine „geerdete Identität“ verfügen. Woher kommt das? Das kommt daher, daß das Denken in diesem Staat traditionellerweise von einer Philosophie geprägt ist, die von ihrer Anlage her dem Ideellen den Vorzug vor dem Realen gibt, und das, obwohl die tatsächlichen gesellschaftspolitischen Entwicklungen diese Art des Denkens gleich mehrfach schon ad absurdum geführt haben. Wozu dient diese Art des Denkens? Möglichst zu verhindern, daß der Masse der Menschen kollektiv auffällt, daß diese Art des Denkens bewirkt, nicht ihre realen Interessen zu erkennen. Und was bewirkt das? Das bewirkt, daß sowohl die Beurteilung der Realität als auch die eigene Wahrnehmung

traditionellerweise

konstant von dort aus erfolgt, wo

um den Bogen zum Heute zu schlagen

die Rolltreppen des Berliner Großflughafens in der Phase seiner Vermurksung endeten: ein Meter und fünfzig über dem Boden.

… Manche nennen das tragisch,
ich nenne es tragisch dumm.

© der Ergänzung: Joachim Endemann