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Opfer praktizierter Realsatire

In Deutschland wird man empört sein, sage ich: Frau Merkel war schon immer eine Opportunistin (_die deshalb vermutlich heute eine stramme Staatsratsvorsitzende wäre, gäbe es das stalinistische Gebilde DDR noch_), die nur deshalb nicht als politische Versagerin auffiel und auffällt, da die Medien, bzw. jene, denen diese Medien gehören, das nicht wollten und wollen. Obwohl man dazu lediglich die Ergebnisse ihrer Politik anschauen müßte — also, scheuklappenfrei. Wobei man schon sagen kann, daß sie bequem auf der gesellschaftspolitischen Verschröderung aufbauen konnte. Das, also das Versagen, zeigt sich in der zweiten Phase der SAR-CoV-2-Pandemie besonders deutlich.

Denn neu ist es zwar nicht, daß sich diese Frau von Ideologen — nicht von Wissenschaftlern — „beraten“ läßt (_ein Herr Fuest ist so einer_), was ihr aber nicht auffallen kann, da sie von dem, was die materielle Basis einer Gesellschaft ist, keine Ahnung hat: die Gesamtwirtschaft … wohl gemerkt: die Gesamtwirtschaft, _nicht_ die Betriebswirtschaft, denn Gesamtwirtschaft funktioniert nicht nach betriebswirtschaftlichen Regeln, da eine völlig andere Ebene! Also würde es _spätestens_ jetzt solcher Wissenschaftler bedürfen. Was aber schon deshalb nicht geht, da alle bisherigen Verantwortlichen und ihre geschlechtsunspezifischen Berater dann jenes verlieren würden, was man „Gesicht“ nennt.

Es ist übrigens Frau Merkel gewesen, die das vom Bundestag in Auftrag gegebene Szenario der Auswirkungen einer Pandemie, und zwar einer, die der entspricht, die wir jetzt tatsächlich haben, aus EU-machtpolitischen Gründen (_!_) ignoriert hat. Denn hätte man sein politisches Handeln daran ausgerichtet, wäre insbesondere die von Frau Merkel und ihrem Herrn Schäuble, der ja ebenso in Fragen als kompetent galt, von denen dieser — so wie diese Dame — keine Ahnung hat, die von der deutschen Politik geforderte tödliche „Austeritätspolitik“ überhaupt nicht praktiziert worden! Einfach deshalb nicht, da dann die Prioritäten völlig anders gesetzt worden wären! Oder sollte es etwa aus „wissenschaftlichen Gründen“ gewesen sein, ein solches nach wissenschaftlichen Kriterien erstelltes Szenario nicht als Grundlage für das eigene zukünftige politische Handeln zu nehmen? Frau Merkel gilt ja als „kühle Physikerin“. Was sich auch sofort für den _verkappt_ Autoritätshörigen einleuchtend anhört: „wenn _die_ das sagt, dann kann ‘Austerität’ ja für uns, und vor allem für andere auch: so für die Griechen, die Italiener, die Franzosen usw., nur das genau Richtige sein“. So oder so ähnlich mags sich in den Köpfen _verkappt_ Autoritätshöriger „anhören“. Wieso „verkappt autoritätshörig“? Nun, plappern etwa nicht so viele jenes sofort nach, welches gerade ein geschlechtsunspezifischer „Sprecher“ der gesellschaftspolitisch Verantwortlichen verlauten ließ, oder diese anläßlich eines „Auftritts“ höchst selbst verlauten ließen bzw. lassen, anstatt selbst erst einmal nachzudenken? Soll das etwa nicht typisch für verkappt Autoritätshörige sein? Denn in ihrer Selbstwahrnehmung meinen diese, da sich für aufgeklärt haltend, sie folgten in ihrem Nachplappern des von Ideologen Verlautbarten einer „tieferen Einsicht“ in das „Geschehen“.

Wodurch sie allerdings

also sozusagen

zu realsatirischen Statisten werden.



Wobei auch nicht auszuschließen ist, daß es sich bei verkappt Autoritätshörigen insbesondere um (_zwar biologisch erwachsene, mental aber verkindischte_) Angehörige der neuen „Durchschnittsfamilie“ handelt, um jene also, die, da zum „elitären Durchschnitt“ gehörend, die „’Medianisten’ der Satelliten-Elite“ darstellen. (_Siehe dazu: „Das realsatirische Verhalten des Durchschnitts einer gewissen Elite“._) Womit wir dann übrigens schon sehr nahe bei dem wären, was ich jetzt als „gesellschaftliche Verankerung des Neo_Wilhelminismus’“ bezeichne.[_*_]



Vor diesem Hintergrund ist es schon wieder _fast_ lustig

(__„fast lustig“ deshalb,
da es wirklich nur ein
fortgeschrittener Ausdruck sich zur
Normalität verfestigt habender Realsatire ist_),

daß Frau Merkel, also nach Selbstaussage, vor einigen Jahren den Begriff „Austerität“ noch gar nicht kannte, den aber sofort „schön“ gefunden habe, was für einen „protestantisch erzogenen“ Menschen wohl nicht ungewöhnlich ist.


Übrigens:

_hier_ wird man die Ursache fürs
emotionale Reduziertsein dieser Frau
eher finden als in einer ihr,
wie so vielen anderen auch,
zugesprochenen „Wissenschaftlichkeit“.


Die folgenden beiden Punkte sind jedenfalls Fakten:

  1. „Austerität“, gesamtwirtschaftlich versucht zu praktizieren, führt in den gesellschaftspolitischen Ruin.
  2. Das oben erwähnte Szenario wurde dem Bundestag 2012 vorgelegt. Das in diesem Szenario Dargelegte, entspricht dem, was wir heute erleben müssen. Und zwar deshalb erleben müssen, und folglich den Tod von Menschen, die für die Betroffenen nicht ersetzbar sind, so daß die in diesem Zusammenhang von dieser Frau verwendete Phrase: ihr täte etwas „im Herzen weh“, objektiv gesehen, nichts als Zynismus sein kann.

Es sei noch die rhetorische Frage gestellt,
denn Frau Merkel allein ist es ja leider nicht:

Ließ ein geschlechtsunspezifischer Abgeordneter des deutschen Bundestages von dem Ergebnis dieses Szenarios, das von diesem Parlament selbst in Auftrag gegeben worden war, irgend etwas _beizeiten_ verlauten, und wurde dann _beizeiten_ dazu eine in der Gesellschaft breit zu führende Debatte angemahnt? … Wie sollte das anzunehmen sein, herrschen — u.a. — Fraktionszwang und wird die öffentliche Meinung von Konzernen bestimmt.

Fazit:

Das gesellschaftspolitische Fiasko, das „wir“ heute haben — und wozu eben genauso der Zustand der EU gehört! —, ist von den gesellschaftspolitisch Verantwortlichen in Politik, spin_doktorischer Wissenschaft sowie den schreibenden Mitarbeitern der Medienkonzerne und den im Kulturbetrieb Tätigen verursacht. Also von jenen verursacht, die man als Satelliten der Machtelite des Staates bezeichnen kann, den man irreführenderweise als „Nationalstaat“ bezeichnet.

Das bedeutet, dieses Fiasko wäre
genauso vermeidbar gewesen,
wie vieles andere „einst“
vermeidbar gewesen wäre,

und damit:

heute _und_ zukünftig
vermeidbar wäre ,

ginge es nicht um das
primäre Bedienen
von Machtinteressen.
In diesem Fall: um das Bedienen deutscher Machtinteressen!

… Welchen Ausweg werden
diese Verantwortlichen finden? …

… Den „üblichen“?  …

Wie schon wiederholt gesagt:

Realsatire kann tödlich sein.

© Joachim Endemann

_* Alles dazu notwendig zu Wissende findet sich in den Bänden der Tri_logischen Sezierung des lobbykratischen Zeitalters — da können die systemischen Intellektuellen, die aus ihrer Selbstverblendung heraus (_wie üblich!_) _nichts_ mit dem (_erneuten!_) Fiasko des von ihnen Apologetisierten zu tun haben, noch so sehr die Augen verschließen: _diese_ sind _jene_, die sich (_erneut!_) lächerlich machen. … Übrigens: ob man projektionistisches Heucheln als „traditionsgebundenes emotionales Stinken“ bezeichnen könnte, oder vielleicht doch besser „bloß“ als _ein_ Ausdruck emotionalen Stinkens bezeichnet, und diese dann entsprechend?

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“Beton statt Bildung” oder Bildungsfreie interfraktionelle Beton-Fraktion?

Statement zur Stellungnahme des Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion Mülheim, die gegen die BI zum “Erhalt unserer VHS in der MüGa” erhobenen Vorwürfe der CDU betreffend.

Sehr geehrter Herr Spliethoff!

Es ist Ihre Seite, die unsachlich und nicht faktengestützt argumentiert, also eben nicht argumentiert, sondern lediglich Behauptungen und Unterstellungen absondert! Das zeigte sich wiederholt in Ihrer Stellungnahme in der Print-Ausgabe der WAZ vom 19. Mai ’18, die mit: „SPD bestärkt Vorwürfe an VHS-Initiative“ betitelt ist. “Beton statt Bildung” oder Bildungsfreie interfraktionelle Beton-Fraktion? weiterlesen

Statement zum Gebaren der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Mülheim an der Ruhr, gezeigt am Beispiel des Umgangs mit dem denkmalgeschützten Gebäude der VHS und der damit in Verbindung stehenden Ratssitzung vom 18. Oktober 2017

Es wäre angenehm, wenn von seiten der Verantwortlichen in der Stadtverwaltung aufgehört würde davon zu reden, daß „ideologische Debatten“ nicht weiterführten, geht es tatsächlich (__mindestens__) um die Frage von Kompetenz oder In_kompetenz, ist doch gerade das keine Frage der eigenen „Blickrichtung“, bzw. einer wie auch immer gearteten „Ideologie“ — die übrigens nicht per se negativ sein muß, obwohl es gewiß richtig ist, daß sich dieser Begriff bestens als Schimpfwort eignet und vorzüglich von gewissen Charakteren verwendet wird zur Stigmatisierung dissidenter „Sichtweise“, die also abweicht von ebenso ideologisch geprägter Sichtweise, nur mit dem Unterschied, daß sie Ausdruck der _eigenen_ und _deshalb_ „‘richtigen’ Blickrichtung“ sein _muß_ — ansonsten wäre möglicherweise erst die eigene in Frage zu stellen und es dann nicht so ohne weiteres mehr möglich Stigmatisierungslabel an andere zu verteilen, oder? Statement zum Gebaren der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Mülheim an der Ruhr, gezeigt am Beispiel des Umgangs mit dem denkmalgeschützten Gebäude der VHS und der damit in Verbindung stehenden Ratssitzung vom 18. Oktober 2017 weiterlesen

Wozu noch Satire, wenn im lobbykratischen Zeitalter die Real_Satire so umfassend wie „gut“ ist?

Zwei aktuelle Beispiele zur im Titel (__wenn auch rhetorisch__) gestellten Frage seien im folgenden geboten. Das eine stammt von Herrn Steinmeier:

Steinmeier sieht Demokratie in Gefahr und ruft die Deutschen zu mehr Einsatz auf“. Wozu noch Satire, wenn im lobbykratischen Zeitalter die Real_Satire so umfassend wie „gut“ ist? weiterlesen