Archiv für den Monat: November 2014

Nach Art der Chinesen denken

Der originale Artikel ist am 10. Februar 2002 in der Printausgabe der Wochenzeitschrift Marianne erschienen unter dem Titel: Penser à la manière des Chinois.
Sein Verfasser ist der Essayist, Philosoph und Journalist Philippe Petit, der u.a. auch als Redakteur dieser Zeitschrift tätig ist. Seine Artikel werden von der Idee geleitet, wissenschaftliche und technische Entwicklungen in Einklang zu bringen mit der Alltagskultur. Dementsprechend dienen seine Artikel der Reflexion über die sich daraus ergebenden Fragen: Wie kann es gelingen, Wissenschaft und Technik in der Alltagskultur zu verankern? Wie kann zwischen Philosophie und vorherrschender Kultur vermittelt werden? Auf welche Weise kann angemessen über Gerechtigkeit, Metaphysik und Religion reflektiert werden? Wie können die Grenzen zwischen den Wissensgebieten gezogen werden? Wie verortet man tagesaktuelle Informationen mit gesetztem Wissen?
Im folgenden Artikel beschäftigt sich Petit mit der Art und Weise, wie der Philosoph und Sinologe François Jullien sich das chinesische Denken erschließt und welche Möglichkeiten sich daraus für einen europäischen Leser seines Werkes ergeben und zu welchen Schlußfolgerungen sie ihn führen können.
(Die Übertragung dieses Artikels ins Deutsche besorgte Joachim Endemann. Die Anmerkungen in eckigen Klammern stammen vom Übersetzer.)

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In der Ferne der Bildung oder: Die Schwarze Null

Bildungsferne

In der Ferne der Bil-dung
Bil-dung in der Fern-e
Ferne Bildung
Bildung in-so-fern
Fern ge-bil-det
Fern-ge-steuerte Bil-dung
Bild-fer-nung
Bild-lei-tung
Umlei-tung in den Bild-dung
BildungsDung   _b e s s e r_  fern stinkend
Fehl-bil-dung-en

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Ist Peter Sloterdijk ein so bedeutender Denker wie behauptet wird?

Christian Godin, Philosoph, Publizist und Essayist, der u.a. auch für die französische Wochenzeitschrift Marianne schreibt, hatte am 3. Juni des Jahres 2002 in der Printausgabe dieser Zeitschrift einen Artikel zu Peter Sloterdijk publiziert: Sloterdijk est-il un penseur aussi important qu’on le dit? Dieser ist seinerzeit von mir übersetzt worden und wird hier nun veröffentlicht, da er seine Aktualität alles andere als eingebüßt hat.
(Die Anmerkungen in eckigen Klammern stammen vom Übersetzer.)

 

Ein streitbarer Philosoph tritt seit einigen Jahren auf der deutschen Intellektuellenszene in Erscheinung. Ein verlegerischer Erfolg, ein medien-politischer Skandal und, schließlich, das Erscheinen eines Gipfelpunktes – des als Trilogie angelegten Opus Magnum Sphären – alimentieren die öffentliche Meinung.

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Keynes – der Ökonom des Ungewissen

Philippe Cohen (1953-2013), der Autor des hier in deutscher Sprache abgefaßten Artikels, war Journalist, Essayist und u.a. Mitbegründer und Redakteur (für wirtschaftliche und soziale Fragen) der französischen Wochenzeitschrift Marianne, sowie Mitbegründer und erster Generalsekretär der „Fondation du 2-Mars“ (einer am 2. März 1998 gegründeten Stiftung, deren Name ursprünglich „Fondation Marc Bloch“ war, sich aber aus juristischen Gründen den aktuellen Namen geben mußte), die sich im Gedankenaustausch den Werten der republikanischen Kultur wie auch den zugehörigen sozialen und wirtschaftlichen Leitsätzen widmet und ihren Sitz in Paris hat.

Nun, in diesem Artikel, der in der N° 275 der Printausgabe der französischen Wochenzeitschrift Marianne am 29. August 2002 erschienen ist, beschäftigt sich Cohen mit dem vielseitig gebildeten britischen Wirtschaftswissenschaftler, Mathematiker und Politiker John Maynard Keynes (1883-1946), der sich mit dem Phänomen „Gesamtwirtschaft“ aus einem gesellschaftlichen Blickwinkel heraus beschäftigt, d.h. von der Perspektive aus, die die wirklichen wirtschaftlichen Abläufe zu erkennen sucht – eine realistische Perspektive also, deren Hintergrund das  _U n g e w i s s e_  ist, das dementsprechend die Überlegungen zu bestimmen hat, will man wirtschaftliche Abläufe realistisch theoretisieren.

(Die Übertragung dieses Artikels ins Deutsche besorgte Joachim Endemann. Die Anmerkungen in eckigen Klammern, stammen ebenfalls vom Übersetzer.)

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Die Ketzerin Simone Weil

Der originale Artikel ist am 22. Juli 2002 in der N° 274 der Printausgabe der Wochenzeitschrift Marianne   erschienen unter dem Titel: Simone Weil l‘hérétique. Sein Verfasser ist der Essayist, Philosoph und Journalist Philippe Petit, der u.a. auch als Redakteur dieser Zeitschrift tätig ist. Seine Artikel werden von der Idee geleitet, wissenschaftliche und technische Entwicklungen in Einklang zu bringen mit der Alltagskultur. Dementsprechend dienen seine Artikel der Reflexion über die sich daraus ergebenden Fragen: Wie kann es gelingen, Wissenschaft und Technik in der Alltagskultur zu verankern? Wie kann zwischen Philosophie und vorherrschender Kultur vermittelt werden? Auf welche Weise kann angemessen über Gerechtigkeit, Metaphysik und Religion reflektiert werden? Wie können die Grenzen zwischen den Wissensgebieten gezogen werden? Wie verortet man tagesaktuelle Informationen mit gesetztem Wissen?

Im folgenden Artikel geht Petit der Frage nach, welche Bedeutung das Werk von Simone Weil für uns noch heute haben könnte.

(Die Übertragung dieses Artikels ins Deutsche besorgte Joachim Endemann. Die Anmerkungen in eckigen Klammern, bzw. die am Ende dieses Artikels aufgeführten Anmerkungen – dann im Text meist wie folgt kenntlich gemacht: „[→]“ , stammen ebenfalls vom Übersetzer.)

Alle reformistischen Systeme oder solche, die soziale Veränderung verheißen, gehen von falschen Prämissen aus, d.h. sie beließen das Übel ungebrochen bestehen, falls sie tatsächlich umgesetzt würden.

Wenn man glaubt, daß alles besser gehen würde, daß man morgen glücklich wäre, täuscht man sich nicht nur, sondern mehr noch, man belügt sich.

Es ist ein Verbrechen, die Menschen traurig zu machen.

(Simone Weil, 1909-1943)

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