Archiv der Kategorie: Stellungnahmen

… weiterhin doch besser _diese_ Nacktheit verschleiern?

Es gibt Momente, in denen es vorzüglich erkennbar wird, wie sehr Bilder helfen, den gesellschaftspolitischen Zustand zu verschleiern, ja, beim Betrachter einen völlig entgegengesetzten Eindruck zu erwecken.

Sehen Sie sich die seit dem 9. Dezember 2020 der Masse der Bevölkerung von den Medien in den Blick gestellten (_laufenden oder stehenden_) Bilder an: alle _so_  gezeigten geschlechtsunspezifisch gesellschaftspolitisch Verantwortlichen erscheinen jetzt wie geschlechtsunspezifische „Macher“, ob_wohl diese doch weiterhin bloß das sind, was die schon immer waren: geschlechtsunspezifische Aktionisten.

Unterlegt werden diese Bilder mit ent_sprechendem Text, in dem also Begriffe verwendet werden, die

— ab_gestimmt auf die gezeigte
(_geschlechtsunspezifische_)
„Macher-“ und/oder
(_geschlechts-erinnerungs-spurliche_)
„Mutter-Gestik“ —

„mahnende ‚Sorge’“ mit_klingen

_und_

„emotionale Beteiligung“ mit_schwingen lassen. …

Was ist das?

Nun,

zum einen ist das „anspruchsvolle“ Realsatire, die als solche gar nicht auffällt.

Und was ist das noch?

Nun,

die geschlechtsunspezifisch gesellschaftspolitisch Verantwortlichen im präsenten lobbykratischen Zeitalter zeichnen sich durch zwei Besonderheiten aus, wodurch sie ohne diese, den freien Blick verstellenden Bilder und ent_sprechenden Texte, jetzt nicht einmal mehr im Hemd stehen würden.

Die eine Besonderheit ist, daß sie nicht nach Kriterien der (_gemeinwohlorientierten_) Kompetenz, sondern nach irgendeinem „Proporz“ aus_geguckt werden. Beispielsweise eine Partei betreffend

(_„du bist pöstchenmäßig
als nächster dran!
[_wobei: „als nächster dran
_hier_ geschlechtsunspezifisch
zu verstehen ist_]_)

oder einen Landesteil, der wegen eines absehbar anstehenden Wahlkrampfs zu berücksichtigen ist, _oder_ auch eins der immer zahlreicher werdenden „Geschlechter“, da das — also, proporzbezüglich — so „progressiv“ wie „demokratisch“ aussieht. Ebenso gilt aus Gründen des Proporzes die sexuelle Neigung als „Argument“, einen geschlechtsunspezifischen Jemand ein Amt „bekleiden“ zu lassen — auch deshalb, da man _so_, also nach „außen“ hin, ein „Bild“ der „innerstaatlichen Progressivität“ glaubt projizieren zu können.

Wozu dient ein solcher Proporz? Zum einen, eine Oberflächendemokratie weiter auszugestalten, so daß sie noch mehr nach Demokratie aussieht. Man kennt das von Laminatbelägen, die mit einer Holzoptik ausgestattet sind, so daß die, also oberflächlich betrachtet, nach Holz aussehen. Zum anderen zu be_hindern (_und dann so schnell wie möglich in die nächste gedankliche Sackgasse zu leiten_), daß die Masse der Menschen anfängt, sich darüber Gedanken zu machen, was Demokratie _tatsächlich_ heißt, und was in dieser tatsächlich wichtig ist, _und_, im Gegensatz dazu, was persönliche Neigung ist, die zu leben, jedem selbst überlassen ist, aber kein Kriterium für das Besetzen einer gesellschaftspolitischen Position sein kann. _Und_ un_bedingt zu ver_hindern, daß dieser Nachdenk-Prozeß kollektiv erfolgt.



(_Übrigens: Wenn hier vom „Bekleiden eines Amtes“ gesprochen wird, mag das widersprüchlich erscheinen, ist es aber nicht, da es hier um eine _gewisse_ Nacktheit geht, mit der sich im lobbykratischen Zeitalter offenbar dennoch ein Amt bekleiden läßt._)



Man kann sogar sagen, daß die geschlechtsunspezifisch gesellschaftspolitisch Verantwortlichen _möglichst_ ohne Kompetenz sein _müssen_, da andernfalls die „Gefahr“ bestände, daß sie, wie schon ein Herr Schäuble treffend bemerkte, nicht auf ihre geschlechtsunspezifischen Berater hören würden … weshalb man sie zwar auch als geschlechtsunspezifisch gesellschaftspolitisch Un_Verantwortliche bezeichnen _könnte_.

Die zweite Besonderheit, und des_halb wird’s fatal, betrifft eben diese geschlechtsunspezifischen Berater, da es ideologische des lobbykratischen Zeitalters sind. Und des_halb ist es, daß sich diese Gesellschaft in einem sogenannten Teufelskreis befindet. … Ist es da ein Trost, daß das für andere Gesellschaften auch gilt, insbesondere in der EU? Immerhin ist dieser Teufelskreis einer, der vom lobbykratischen Zeitalter und seinen „Regeln“ nicht zu trennen ist, _und_ es ist die EU, die nach dessen ideologischen Kriterien in den 90er Jahren begründet worden ist. … Wer war es nur, der aus machtpolitischen Gründen das Anwenden dieser „Regeln“ für die EU gefordert und in diesem Sinne ihre Konstruktion verlangt hat? … Darüber nicht_selektiv nachzudenken wäre allerdings nur dann möglich, würden dazu die Scheuklappen abgelegt, die aber bei den geschlechtsunspezifisch Verantwortlichen in Deutschland offenbar zur zweiten Natur geworden sind.

Und so ist es in einer Situation, in der wir uns konkret befinden, fatal, daß genau das fehlt, was diese verlangt:

_gemeinwohlorientierte_ (_!_) Kompetenz!

Diese haben aber weder die
geschlechtsunspezifisch gesellschaftspolitisch Verantwortlichen
noch ihre geschlechtsunspezifischen ideologischen Berater.

_Deshalb_

sind solche Bilder für diese Verantwortlichen und für diejenigen _und_ für dasjenige, weshalb sie überhaupt in solche Positionen kommen, in denen diese dann möglichst lange (_wohl wegen der „Effizienz“_) bleiben sollen, so „wichtig“. Denn, _würde_ die Masse der Bevölkerung mit solchen Bildern nicht zugemüllt, deren „Nacktheit“ nicht mehr zu verschleiern wäre. … Sollten solche Bilder dann doch besser weiterhin gezeigt werden, da _diese_ Nacktheit eine erbärmliche ist?

© Joachim Endemann

Non è fantastico aver trovato il luogo giusto per il progetto proprio?

È vero che è possibile fomentare l’ira della folla, ma la prima domanda deve essere chi ha prodotto un’ira collettiva, se è possibile fomentarla? Lo stesso vale per la frase: „fomentare l’odio razziale“. Poiché anche qui vale chiedersi: se è possibile fomentare l’odio razziale, bisogna chiedersi: chi l’ha prodotto? Forse gli stessi responsabili che hanno provocato l’ira della folla? Però: perché? … Ma poiché ho già dato le risposte a queste domande nei miei libri, non è necessario ripeterle qui.

Perché potrei dare le risposte giuste a quelle domande? È facile dire: i miei scritti non hanno lo scopo di suscitare ira nella folla o di suscitare l’odio razziale nella folla, il che si vede, tra l’altro, nel fatto che non ci sono parole emotive o suscitate, ma parole esplicative, cioè nei loro testi si sviluppa un contesto illuminante.

Così è per questo che è fastidioso che negli ultimi anni abbia sperimentato nei social media ciò che ho dovuto sperimentare negli anni Novanta del secolo scorso. Per esempio, su Facebook ho sperimentato lo stesso tipo di insulti che ho sperimentato negli anni ’90 quando guidavo un taxi per mantenere la mia indipendenza, per scrivere davvero quello che voglio scrivere, e parte di questo è ora nei miei libri e parte di esso deve ancora diventare parte dei libri da scrivere. … E così è bene che la mia memoria sia buona, in modo che io ricordi non solo questi insulti …

Forse la differenza è che gli insulti oggi provengono da persone più giovani rispetto agli anni Novanta. Un’altra differenza è che negli anni ’90 era possibile che una persona (_più anziana_) mi dicesse che sarei stato tra i primi ad essere ucciso al ritorno dei „vecchi tempi“. Oggi, invece, ci sono persone (_più giovani_) che dicono, per esempio su Facebook, che è necessario che la cosiddetta salvaguardia della costituzione tedesca, che è un servizio di sicurezza dello stato — naturalmente in modo segreto — doveva „interessarsi ai miei scritti e alle mie dichiarazioni“ … Ma queste persone parlano così, nonostante il fatto che io non adopero nei miei scritti e nelle mie dichiarazioni di parole emozionali o incitanti, ma parole esplicative, in primo luogo, per richiamare l’attenzione sullo stato attuale della società tedesca e, in secondo luogo, per indicare le cause di questo stato di cose, per richiamare l’attenzione sui risultati che questo deve produrre, e per indicare le possibili soluzioni, a partire dallo stato attuale socio-politico. Poiché solo così, con parole non emozionali e non fomentanti, ma solo con parole esplicative, posso creare scritti e testi con un contesto illuminante.

È anche degno di nota il fatto che questi giovani siano chiamati progressisti. Ma perché questo è notevole?

Ebbene, tra l’altro, perché tale comportamento anche tra i giovani, che peraltro vengono chiamati progressisti, rende evidente che il termine „satira reale“ _non_ è un nome falso per ciò che sta realmente accadendo oggi, ma un nome che mi permette di dare il _giusto_ nome alla vera situazione socio-politica del nostro tempo, cioè a ciò che sta realmente accadendo. E questo non è divertente, perché a differenza della satira vera e propria, che, come sapete, è un mezzo stilistico artistico, la satira reale può essere mortale perché è messa in scena da persone reali, generalmente dai politici (_a proposito: non tipico di un sesso!_), e questo fatto non è reso più divertente dal fatto che ora anche i cosiddetti progressisti mostrano un vero e proprio comportamento satirico reale …

Sullo sfondo qui delineato, non è plausibile che non mi interessi più il modo pietoso in cui i chiacchieroni polemici discutono e che preferisca scrivere in completa solitudine sull’assurdità della realtà socio-politica, che da questi chiacchieroni non è mai sufficientemente spiegata, se mai lo è, in modo che siano poi, però, corresponsabili sia dello stato reale che della direzione di sviluppo della società umana? … E non è fantastico aver trovato il luogo giusto per farlo ora? …

© Gioacchino Endemann

„[…] der einsiedlerische und raubtierhafte Mensch […]“

Die von Herrn Nietzsche an einer Stelle seines Werkes verwendete Phrase: „der einsiedlerische und raubtierhafte Mensch“ (_der menschlichen Frühzeit_) belegt schon für sich, daß dieser (_sich vermutlich eigen_willig verwendet haben lassende, oder un_willkürlich, später jedenfalls willkürlich verwendet wordene_) Denker der Politischen Reaktion als Treibstoff für seine Gedankenflüge ohne jedes Nachdenken — u.a. — von dem übernommen hat, was mitunter als „Sozialdarwinismus“ bezeichnet wird. Denn tatsächlich ist es sofort einsichtig, so man sich nicht auf solchen Flügen befindet, die einer von der Materia abgeschilferten Gedankenbahn folgen, daß, wäre der Mensch in seiner — soweit wir das wissen — „frühen Zeit“ ein „einsiedlerisches und raubtierhaftes“ Wesen gewesen, er als Spezies längst von der „biologischen Bildfläche“ verschwunden wäre. Das bedeutet selbstverständlich nicht, daß sie einst nicht von dieser verschwinden wird … so daß deshalb lediglich die Frage ist: Selbstverschuldet früher _oder_ entsprechend dem pulsatorischen Prozeß der Materia, der allerdings nichts von dem hat, was dieser (_eigen_will- oder un_willkürliche, später jedenfalls willkürlich verwendete_) Herr der Politischen Reaktion als „Wiederkehr des ewig Gleichen“ verkaufte und von seinen heutigen Verwandten im „Geiste“ weiterhin gern ge- und verkauft wird, normalprozeßlich verschwinden? Von diesem pulsatorischen Prozeß wird später noch in meinem letzten Buchprojekt (_von dem hier die Rede ist_) die Rede sein, aber was es damit auf sich hat, bzw. was dieses Materiatypische fürs Menschengeschlecht bedeutet, einfach deshalb, da es für alle Subprozesse der Materia gilt, wird schon in Teil 1 des Nachworts: „… was beruhigend ist“ von: «Ist der Monotheismus von seiner Anlage her ein elementarer Faktor der Gewalt?» genügend deutlich. …

© Joachim Endemann

Una piccola riflessione su una farsa che è l’espressione di uno sviluppo politico altamente pericoloso

Dato che signor Biden non è altro che una figura di Wall Street, l’esercito e i servizi segreti, i politici degli stati lobbycratici, insieme ai giornalisti delle corporazioni dei media e gli altri satelliti del sistema lobbycratico, si stanno almeno dimostrando ipocriti quando affermano che l’elezione del signor Biden è stata una vittoria per la democrazia. Dopo tutto, chi può dire che è la democrazia quando la differenza „cruciale“ tra i signori Biden e Trump è che le risorse finanziarie di signor Trump provengono solo marginalmente da altri canali? Come può trattarsi di democrazia se le élite di potere e i loro satelliti vogliono soltanto giocare indisturbati al loro vecchio gioco di potere? Quindi questo gioco non è altro che un insulto a ciò che democrazia significa veramente. O il signor Biden non ha promesso che non cambierà nulla di fondamentale? Cioè, così come il signor Trump è un sintomo del sistema lobbycratico, il signor Biden è un altro. Semplice, non è vero? – Comunque, il fatto è che, tra l’altro, che la democrazia non è una questione semantica …

© Gioacchino Endemann

… tragisch dumm …

Übernahme eines Kommentars von Hans-Rüdiger Minow
und einer daraus resultierenden Bemerkung.


Mit den USA untergehen
— Die deutsche Außenpolitik und die US-Wahlen

Hans-Rüdiger Minow

5. November 2020

Über den Verlauf der US-Wahlen und die Reaktionen der deutschen Außenpolitik lässt sich nicht mehr viel sagen. Was in Berlin über den amtierenden US-Präsidenten und seine nächtlichen Vorhaben zur Beendigung der Stimmenauszählung gesagt worden ist, über seine Selbstausrufung zum Sieger, über eine kommende Schlacht vor den US-Gerichten wegen angeblichen Wahlbetrugs – das alles ist harmlos, weil es den tatsächlichen Entwicklungen nicht entspricht. Es unterbietet das Ausmaß der Gewalt, die den Idealen der bürgerlichen Demokratie angetan wird, im angeblichen Stammland ihrer Herrschaft, so als wäre das alles nur ein böses Zwischenspiel, ein gefährlicher Auftritt, der im kommenden Akt, mit Protagonisten der besseren Art, mit einem anderen Skript und einer deutschen Souffleuse den Ausgang des Dramas noch abwenden könnte. Aber dazu ist es zu spät.

Die deutsche Außenpolitik hat vergeblich gehofft, zwischen zwei Unternehmern wählen zu können, von denen der eine dem genehmeren Typ der gemeinsamen Herkunft das Aussehen leiht, während der andere das Gewaltpotential einer illegalen Sanktionspolitik und die extralegalen Tötungsexzesse des US-Militärs völlig offen durchsetzt. Berlin hat gehofft, es könnte diskreter, mit der feineren Art derselben Gewalt zu Kompromissen gelangen, um die eigenen Sanktionen mit den eigenen Drohnen an den eigenen Orten deutscher Weltpolitik in Anschlag zu bringen. Aber dass die eigene Gewalt und die globale Gewalt der führenden Macht ein Ausmaß erreicht hat, das die innere Ordnung an der Basis zerstört und die Herrschaftsfraktionen in den Untergrund zieht, das hat Berlin nicht begreifen wollen und will es weiter nicht verstehen.

Was die deutsche Außenpolitik zu den Fraktionskämpfen anlässlich der US-Wahlen zu sagen hat – man sei entsetzt über den Angriff auf die Ideale der bürgerlichen Demokratie -, hat mit den Idealen der bürgerlichen Demokratie nichts mehr zu tun. Es ist die innere Zersetzung der bürgerlichen Demokratie, die im US-amerikanischen Wahlkampf einen Geruch der Gosse verbreitet.

Dieser Gestank ist nicht neu.

Als der amtierende US-Präsident vor einem Jahr in Greenville (North Carolina) die in Somalia geborene Ilhan Omar, Mitglied der politischen Konkurrenz im US-Repräsentantenhaus und Muslimin, vor einer brüllenden Menge zum Verlassen der USA aufforderte, stieg er in jenen Abgrund, aus dem der Gärstoff jeder zerfallenden Ordnung steigt. Die demagogische Rede, die mehreren respektablen, aber nicht-weißen Bürgern des Landes galt, quittierte das angefeuerte Publikum mit begeisterten Sprechchören „Send them back“. In diesen Chören entblößte sich der Zustand, in dem die äußere und innere US-Herrschaft schwankt und Faschisten hervorbringt (den präsidialen Faschisten und die, die er weckt).

Die deutsche Außenpolitik hat diese Szene nicht goutiert und hat vornehm getan, statt an die eigene Geschichte zu denken: Bedauerlich, aber kein Grund, an der sogenannten Wertegemeinschaft zu zweifeln. Berlin hat auf die andere Fraktion gesetzt. Nur ein Jahr später offenbart sich diese Wertegemeinschaft als ein apokalyptisches Bündnis, in dem es noch an einer Massenbewegung fehlt, um den Herrschaftstaumel der Führungsnation in eine autoritär-faschistische Form zu gießen.

Die deutsche Außenpolitik taumelt dieser Entwicklung hinterher, tut so, als hüte Berlin die demokratische Flamme, aber ist bereit, mit den USA unterzugehen. Aber egal wer die Wahlen gewinnt: Das ist ein hoher Preis, um die deutschen Exportvorteile zu wahren und hinter dem Atomschild der USA weltweit zu expandieren. Der Preis ist zu hoch, doch wenn kein Wunder geschieht, wird Berlin ihn bezahlen.

Quelle

© Hans-Rüdiger Minow
© GERMAN-FOREIGN-POLICY.com


Ich möchte ergänzen:

„Berlin“ wird mit oder ohne USA untergehen. Warum? Einmal deshalb, da ein Segeln im Windschatten anderer dauerhaft nicht möglich ist. Zum anderen deshalb, da die deutsche Machtelite und ihre Satelliten traditionell nicht zu konstruktiver Korrektur befähigt sind. Im übrigen ist mit diesem traditionellen Nichtbefähigtsein die ebenso traditionelle „Befähigung“, anderen die Schuld fürs eigene Versagen in die Schuhe zu schieben

also, feige die Verantwortung
für die Folgen des eigenen
politischen Forderns und Tuns abzuweisen
—,

unauflöslich verbunden. Fürs Erkennen dieses Sachverhalts genügte es, schaute man scheuklappenfrei auf die von der deutschen Politik geforderte EU-Austeritätspolitik und die daraus resultierende Zerstörung der europäischen Gesellschaften

… in Friedenszeiten.

(_Die Art und Weise des Umgangs mit der
SARS-CoV-2-Pandemie unterstreicht das
._)

Als Drittes kommt hinzu, daß sich die Masse der Menschen im deutschen Staat konstruktiv entscheiden _müßte_. Auch dafür gibt es traditionellerweise keine Hinweise.

Womit hängt das hier im Nachsatz Ausgedrückte _kausal_ zusammen? Damit, daß sowohl die deutsche Machtelite und ihre Satelliten als auch die Masse der Insassen des deutschen Staates traditionellerweise nicht über eine „geerdete Identität“ verfügen. Woher kommt das? Das kommt daher, daß das Denken in diesem Staat traditionellerweise von einer Philosophie geprägt ist, die von ihrer Anlage her dem Ideellen den Vorzug vor dem Realen gibt, und das, obwohl die tatsächlichen gesellschaftspolitischen Entwicklungen diese Art des Denkens gleich mehrfach schon ad absurdum geführt haben. Wozu dient diese Art des Denkens? Möglichst zu verhindern, daß der Masse der Menschen kollektiv auffällt, daß diese Art des Denkens bewirkt, nicht ihre realen Interessen zu erkennen. Und was bewirkt das? Das bewirkt, daß sowohl die Beurteilung der Realität als auch die eigene Wahrnehmung

traditionellerweise

konstant von dort aus erfolgt, wo

um den Bogen zum Heute zu schlagen

die Rolltreppen des Berliner Großflughafens in der Phase seiner Vermurksung endeten: ein Meter und fünfzig über dem Boden.

… Manche nennen das tragisch,
ich nenne es tragisch dumm.

© der Ergänzung: Joachim Endemann

… wie dem auch sei …

_Wenn_

es so ist, daß alles einer Veränderung, alles einem ständigen Wandlungsprozeß, einem stetigen Stoffwechsel unterliegt, da alles in der Zeitlichkeit existiert, also, sich nichts gleichbleibt, kann ein „Etwas“

das im „philosophischen Sondergebiet“,
zu dem nur Autorisierte Zugang haben,
auch als „Ding an sich“ vorgestellt wird —,

sich nur dann gleichbleiben, existiert es nicht; beziehungsweise ist es lediglich vorgestellt, bestimmt möglicherweise sogar das Denken und nicht mehr der dialektische Prozeß alles Seienden

(_d e n   zu verstehen die vorzügliche Aufgabe des Denkens ist_),

_beginnt_

das Problem mit jenem, das man „Geist“ nennt. Denn, wenn es so ist, daß ich mir etwas vorstellen kann, das

(_allein in meiner Vorstellung_)

bleibend unverändert bleibt, kann es keine

_konstruktive_

Bedeutung für tatsächliche Prozesse haben, da diese sich in der Zeitlichkeit ereignen, also stets Prozesse der Veränderung sind

kann diesen das

vorgestellt

bleibend unverändert bleibende „Etwas“
demnach nicht förderlich,
hingegen allein hinderlich sein,
da den realen dialektischen Prozeß
ver_zerrend,
bzw. destruktiv in Spannung setzend
.

_Heutzutage_

existentiell problematisch wird es demnach

w i e d e r,

glauben insbesondere bürgerliche Intellektuelle

denn diese sind es ja,
die die gedankengangliche Schrittfolge dessen bestimmen,
das öffentliche Meinung heißt —,

daß etwas Sichgleichbleibendes das Existente, also das sich im permanenten Veränderungsprozeß Befindliche, bestimmen würde, da etwas Sichgleichbleibendes real nicht existieren kann, höchstens, wie gesagt, in der Vorstellung eines Menschen, dessen Denken dann sich allerdings von den realen Prozessen in der Zeitlichkeit entfernt hat.

Daraus resultieren nicht_dialektische Widersprüche. Denn während die Dialektik die Widersprüche untersucht, die sich aus der immerwährenden Veränderung alles Seienden ergeben, will ein Denken, das sich von den realen Prozessen in der Zeitlichkeit entfernt hat, den „Zu_Stand“ des

(_sich dennoch immerwährend verändernden_)

„Bestehenden“ als einen statischen begreifen.

Das hat große praktische Auswirkungen.

Beispielsweise für die Staatlichkeit einer menschlichen Gesellschaft, deren Entwicklungsrichtung von einer Machtelite und ihren Satelliten bestimmt wird, da deren Tun und Streben auf den „Erhalt“ des aus Sicht dieser Machtelite richtigen Zustandes, bzw. der Beibehaltung der aus Sicht dieser Machtelite richtigen Entwicklungsrichtung _ihres_ Staates gerichtet ist, in dem die Bewohner folglich

objektiv gesehen

lediglich Insassen sind, was _dann_ nicht so ohne weiteres auffällt, stehen die existentiellen Interessen der entsprechenden Machtelite nicht in Frage, unterscheiden sich diese doch fundamental von den Interessen der Masse der Bevölkerung. Deshalb, und hierdurch diese nicht_dialektische Widersprüchlichkeit weiter komplizierend, ist die Steuerung dessen, was man „öffentliche Meinung“ nennt, für die Geschicke einer Machtelite

bspw. der eines Nationalstaates

elementar. Müssen doch die existentiellen Interessen einer Machtelite den Insassen ihres Staates als für das Wohlergehen dieser Insassen von entscheidendem Interesse seiend verkauft werden. Obwohl das doch nur aus Sicht von Insassen

nicht von freien Menschen,
die sich eine Staatlichkeit
ge_schaffen haben,
um die Basis dafür zu schaffen,
schließlich

(_durch unbehinderten
dialektischen Prozeß_)

jede Staatlichkeit ab_zuschaffen

stimmen kann, da, wird den existentiellen Interessen einer Machtelite nicht entsprochen, diese, zur Wahrung ihrer Interessen, un_bedingt geneigt ist, sie zu verteidigen:

bis hin zum Krieg gegen
die Insassen ihres Staates selbst.

Es mag dann zwar sein,

daß solch ein Krieg nicht als Bürgerkrieg deklariert wird,
sondern als Krieg gegen einen äußeren Feind,

ob_wohl es doch so ist,

daß der Feind jeder Bevölkerung die politische Reaktion ist, und die sitzt immer im eigenen Land … was

(_lediglich paradox erscheinend_)

von jenen, die die Mentalität von Insassen haben, begrüßt wird — indoktriniert wie diese über das sind (_und stets werden_), was man öffentliche Meinung nennt: erzeugt von jenen, die die Satelliten der Machtelite sind, und das sind heute die bürgerlichen Intellektuellen.


Die differenzierte Aussage der nachfolgend zitierten Passage erlaubt es, sie als Stützung für mein Urteil über diejenigen zu verwenden, die ich als bürgerliche Intellektuelle bezeichne. Denn die Art und Weise wie eine der zentralen Persönlichkeiten des Deutschen Idealismus‘ etwas von dieser Persönlichkeit offenbar selbst nicht Begriffenes zum Ausdruck bringt, ist genau jenes, das weiterhin geübt wird: man „läßt ‚etwas‘ durchblicken“, das erst entlarvbar ist, ist man vom „Basischen“ solchen Denkens selbst nicht infiziert _und_ schaut man dann auf jenes genau, das diese mit diesem „Basischen“ mental infizierten Intellektuellen einst schrieben und redeten und — lediglich geupdatet — weiterhin schreiben und reden: von dem ein Ausdruck jenes ist, welches man „weltanschauliches Fühlen“ nennen könnte, ob_wohl es selbst doch bloß Ergebnis von kollektiv „implantiertem Denken“ ist …

[…] Die Feiern [_zum_] hundertsten Geburtstag [_Friedrich Schillers_] im Jahre 1859 gerieten zu einer eindrucksvollen Selbstdarstellung der deutschen Kulturnation, „soweit die deutsche Zunge reichte“, über ein Jahrzehnt vor der politischen Einigung. Letztere wäre allerdings, wie Thomas Mann in seinem Versuch über Schiller zu Recht betonte, nicht im Sinn des Dichters gewesen, was sich aus dem Gedicht-Entwurf Deutsche Größe (1797) eindeutig ergibt. Schiller hätte die nationale Revolution von 1848 und erst recht die Reichsgründung Bismarcks 1871 als zu gewaltsam abgelehnt, akzeptierte er doch nur den an Kants Forderung nach sittlicher Autonomie orientierten „sittlichen Staat“ oder „Vernunftstaat“[…], für den die Menschheit in hundert Jahren noch nicht reif sein werde. Die „deutsche Größe“ lag für ihn im Geistigen, in der Reformation und in der deutschen Philosophie. Kaum ein deutscher Dichter oder Denker hat eine so idealistische Gesinnung vertreten wie Schiller, dessen Name zuletzt noch von Rüdiger Safranski mit dem deutschen Idealismus[…] assoziiert wurde. Doch bei so viel Licht ist, wie schon Goethe wußte, auch starker Schatten. Und die dunkle Seite gerade dieses Idealismus‘ zeigt sich zunächst in einer überheblichen Verachtung des britischen Geistes, seiner „trostlosen Philosophie des Eigennutzes“ und seines „traurigen Materialismus’“ (_Deutsche Größe_). Damit sind Stereotype genannt, die auch auf die Juden Anwendung fanden.[…]

Schiller war […] kein Antisemit, da das Thema Juden in seinem Lebenswerk fast keine Rolle spielte. Er widmete der „Judenfrage“, um einen späteren, sehr unglücklichen Ausdruck zu gebrauchen, nur eine einzige Schrift, in der sich allerdings ein Abgrund auftut. Wir sollten ihm dankbar sein, daß er uns Einblicke in die Entstehung einer Form von Antisemitismus gewährt, die sich auch unabhängig von seinen Gedanken entwickelt hat.

Das Thema ist bislang ein Tabu.[…] Und angesichts der unangefochtenen moralischen Autorität dieses Dichters scheint es auch nicht ganz unproblematisch, seine antisemitische Entgleisung zu beleuchten und in den Zusammenhang eines philosophischen Antisemitismus‘ zu stellen, der sich auch bei Voltaire nachweisen läßt. Deshalb sei von Anfang an betont: Alle hier zur Sprache kommenden, zum Teil vernichtenden Urteile über „die Juden“ haben absolut nichts mit irgendwelchen Eigenschaften der seit dem Mittelalter in Europa lebenden Juden

[_die tatsächlich schon zur Zeit der Römer in Europa lebten_]

zu tun, vielmehr handelt es sich um folgenschwere Denkfehler, die anerkannte Philosophen wie Schiller und Voltaire zu verantworten haben.

Schiller ließ im Jahre 1790 erstmals eine Schrift mit dem Titel Die Sendung Moses erscheinen, in der er spätere Positionen des Rassenantisemitismus vorwegnahm. In der ägyptischen Gefangenschaft, so Schiller, „wurde schon der erste Grund zu dem Übel gelegt, welches dieser Nation bis auf die heutigen Zeiten geblieben ist“. Er meint zunächst „die schrecklichste Plage dieses Himmelsstrichs, den Aussatz“, der durch „höchste Unreinlichkeit“ damals „in einem fürchterlichen Grade wütete.“ Dann folgt ein schlimmer Satz:

Die Quellen des Lebens und der Zeugung wurden langsam durch ihn [den Aussatz] vergiftet, und aus einem zufälligen Übel entstand endlich eine erbliche Stammeskonstitution. […]

„Erbliche Stammeskonstitution“ ist, auch wenn das Wort Rasse nicht auftaucht, rassistisch, ein deutlicher Hinweis, daß der Rassenantisemitismus des Darwinismus‘ nicht bedurfte. Hinzu kommen noch inakzeptable Schmähungen, denn unmittelbar anschließend heißt es:

was hat die Unmenschlichkeit der Ägypter im Verlauf einiger Jahrhunderte aus dem Volk der Hebräer endlich gemacht? Das roheste, das bösartigste, das verworfenste Volk der Erde. … […]

Aus dem Zusammenhang wird nicht ganz deutlich, ob Schiller nur die Hebräer zur Zeit des Moses meint, worauf der wenig später gegebene Hinweis auf die „damaligen Hebräer“ deutet, die so verworfen gewesen seien, daß aus ihren Reihen der Retter nicht kommen konnte, oder ob dieses vernichtende Urteil auch noch für die Juden in der Neuzeit gilt, was durch den Wortlaut mindestens ebenso wahrscheinlich ist.

[_Dazu abschließend die Fußnote 6
zu dieser zitierten Passage:_]

Vor allem das Wort endlich ist gravierend. Die Unmenschlichkeit der Ägypter habe aus den Hebräern endlich das roheste, das bösartigste, das verworfenste Volk der Erde gemacht. Aus dem Wort endlich müßte man wohl schließen, daß diese Urteile noch 1790 gültig seien, ähnlich wie durch den Aussatz, wie Schiller eine Seite zuvor bemerkte, „endlich eine erbliche Stammeskonstitution“ entstanden sei. […]

Quelle der zitierten Passage: Dieter Just, Aufsatz 7 „Zu den philosophischen Fundamenten der Hitler-Barbarei“: „Der Antisemitismus der ‚Vernunft‘ — Anmerkungen zu ‚Die Sendung Moses‘ von Friedrich Schiller“ (2. Auflage), die Seiten 1-3.

Dieses Zitat belegt, daß, wie Just es ausdrückt, „der Rassenantisemitismus des Darwinismus‘ nicht bedurfte“. (_Vielleicht sollte man besser von „Sozialdarwinismus“ sprechen? Immerhin wurde damit etwas auf die menschliche Gesellschaft der_artig übertragen, daß ideologische Überlegungen als „naturgesetzlich“ begründete praktische Selektionsanweisungen geltend gemacht werden konnten … und werden._) Und in der unbewußt bleibenden „Grundlage“

eben dem „Basischen“ —

dieses Denkens findet sich die Ursache dafür, daß bürgerliche Intellektuelle spätestens im entscheidenden gesellschaftspolitischen Moment versagen

soweit man überhaupt von Versagen sprechen kann,
weil es sich um etwas ihrem
„Sein“ Inhärentes handelt,
andernfalls wären sie schließlich keine
„bürgerlichen Intellektuellen“ —,

da sie durch das Argumentieren auf der „Basis“ des Deutschen Idealismus‘ vor „politischer Barbarei“ geschützt seien, sie sich folglich auf der sicheren

der „saubren“?

Seite (_der Projektionisten_) wähnen, argumentieren sie nur mit seinen Denkern oder mit jenen, die heute, in der Tradition dieser Denker stehend, argumentieren. Wobei dieses „Argumentieren“, also sowohl das jener Denker des Deutschen Idealismus‘ als auch jenes der in dieser denkerischen Tradition Stehenden konstant ein Meter und fünfzig über dem Boden der Realität erfolgt (_da es sich ja dabei um das „philosophische Sondergebiet“ handelt_), wie die reale gesellschaftspolitische Entwicklung, seitdem diese „Frucht“ des „Basischen“ der politischen Reaktion die Köpfe der Menschen infiziert, belegt.[_1_]

— Wie wäre es also,

es einmal mit eigenem Argumentieren zu versuchen und dafür dann weniger die eigene denkerische Qualität durch mit dem Zitieren solcher „Garanten“ des „sauberen“, des „sicheren (_projizierenden_) Argumentierens“ gespickt unter „Beweis“ zu stellen? Zumal jene „idealistischen Denker“ ihre Aussagen vor dem Hintergrund _ihrer_ Zeitlichkeit entwickelten, über die zudem die gesellschaftspolitische Entwicklung der_artig hinweggegangen ist, daß man ihr denkerisches Argumentieren nur noch als ab_surd bezeichnen kann.



Ein exemplarisches Beispiel
realsatirischen Possenspiels
findet sich hier.

Wie an anderen Stellen schon gesagt,
Realsatirisches unterscheidet sich

(_vom Satirischen_)

u.a. dadurch, daß es tödlich sein kann

… auch für das,
was man „Geist“ nennt.



Und so zeigt die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung, daß es nicht ausreicht, sich an Demonstrationen zu beteiligen, die den Eindruck vermitteln sollen: „wir sind mehr!“, wenn es Teile des Establishments selbst sind, die die gesellschaftspolitische Richtung nach „rechts“ zu drehen gedenken

— da die Ideologen
des bürgerlichen Systems fertig …

man nennt’s auch:
„mit ‚ihrem‘ Latein am Ende“ sind.

Wer das noch leugnen wollte, outete sich übrigens als der „wahre“ Utopist. Immerhin ist die AfD eine Schöpfung dieses Establishments. Die „niedrig-instinktischen Rufe“, die von dieser Tamtam-Partei ausgehen, sind lediglich solche, die sich an die sogenannten Kleinen Leute richten, bzw. an jede, die vom bürgerlichen System permanent unter „Spannung“ gehalten werden, bspw. durch das Schüren von materiellen Verlustängsten.

Das bedeutet: nicht die Masse der Menschen stellt das Problem dar, sondern die bürgerlichen Intellektuellen, die in ihrem die öffentliche Meinung bestimmenden Reden und Schreiben lediglich etwas „Durchblicken“ lassen, um das zwar jeder, der, ebenso wie diese, von einem gewissen Denken

welches dann ihr Fühlen bestimmt

durchtränkt ist, „weiß“ und des_halb „versteht“, wer und was mit solchem „Durchblickenlassen“ gemeint ist. Und geschehen dann barbarische Taten, wird Hetze zum weiteren Dividieren der Bevölkerung: mal Alte betreffend, mal Junge, mal ihr Leben durch Flucht Gerettethabende, zum „kulturellen Allgemeingut“, „wissen“ diese Intellektuellen mit blauäugigem Augenaufschlag in die auf „on“ stehende Kamera zu blöken, daß ihr „etwas Durchblickenlassen“ _mal wieder_ falsch verstanden worden sei:

einfach zu dumm … die Insassen, oder?


(_Aber wer ist schon von Geburt an Insasse oder dumm?_)


Das bedeutet:

Im entscheidenden Moment versagen diese Intellektuellen _regelmäßig_ … soweit man, wie gesagt, überhaupt von Versagen sprechen kann, da es sich um etwas ihrem „Sein“ Inhärentes handelt, andernfalls wären sie schließlich keine „bürgerlichen Intellektuellen“.

Die Ursache dafür — also dieses „Basische“ — wird man aber in dem suchen müssen, das sich Anfang des 19. Jahrhunderts zu artikulieren begann: die Argumentationsschiene der politischen Reaktion.

Nun, _ein_ Ausdruck dieser Reaktion, die ihren Anfang im „Erschrecken der Machteliten“ nahm — also der Französischen Revolution —, von dem Adolph Knigge so erfrischend zu berichten wußte, sowie auch die „Basis“ dieser Argumentationsschiene selbst, ist jenes, das die Verquickung vom zu jener Zeit geschaffenen Arier-Mythos und dem Deutschen Idealismus ist.[_2_]

Wer wollte

vor diesem hier skizzierten Hintergrund

noch aus dem Off fragen:

Woran mag es liegen,

daß immer wieder von
Verschwörungsthetischem
zu hören und zu lesen ist?

Wobei es gewiß sein kann,
daß dann Unsinniges ausgedrückt wird bzw. damit gemeint ist.

Jedenfalls läßt sich nicht leugnen,
daß Verschwörungsthetisches

wieder

mit zunehmender Tendenz

durch öffentlich zugängliche
Gedankengänge geistert.[_3_]


(_„Öffentlich zugängliche Gedankengänge“

die Sie sich in diesem Zusammenhang
tatsächlich als das vorstellen sollten,
was gemeint ist,
spricht man von einem
„Weg“
der durch eine mehr oder weniger
bekannte labyrinthische Gegend führt

meint übrigens jenes, das die Bedingung dafür ist, daß es überhaupt jenes geben kann, das als öffentliche Meinung bezeichnet wird._)


Wie dem auch sei

Was halten Sie von folgender These?

Wäre es nicht bequem,
die Köpfe der bürgerlichen Intellektuellen,
die immerhin den intellektuellen Kader

allgemein „Elite“ genannt

der Machtelite eines jeden Nationalstaates stellen, da in entsprechenden, meist als „Universitäten“ bezeichneten „Bildungsschmieden“ geformt, wodurch _diese_ Intellektuellen tatsächlich zu Satelliten der entsprechenden Machtelite werden, mit einer Ideologie infizieren zu können, durch die sie sich „geadelt“ fühlten, obwohl es sich bei ihrem Denken dann um ein kolonialisiertes handelte, das primär _der_ nationalstaatlichen Machtelite nützlich wäre, in deren Dienste sie _konkret_ stehen, da so ihr „kolonialisiertes Denken“ wiederum die Basis fürs gesellschaftspolitische Tun, und damit fürs Denken und Fühlen der Masse der Menschen, beeinflußt über jenes, das man „öffentliche Meinung“ nennt und das eben von solchen Satelliten der Macht in Szene gesetzt wird, bildet, wodurch der Machtelite erst die Grund_Richtung   _i h r e s_   Staates nützlich würde?

Diese Ideologie

— ich nenne sie: „mentale Kolonisationsideologie“ —

wurde im 19. Jahrhundert geschaffen.

Ihre „philosophische ‚Grundlage’“ heißt „Deutscher Idealismus“.[_4_] … Und die Auseinandersetzung

— im Sinne dieser mit dem
Arier-Mythos amalgamierten „Grundlage“ —

findet ihre Fortsetzung bis heute: Für heutige bürgerliche Intellektuelle gilt es weiterhin als ausgemacht, daß die Deutsche Philosophie sozusagen ein Sondergebiet ist, zu dem man einen Passierschein benötigt, der dadurch ausgestellt wird, daß jemand von einer philosophischen Koryphäe „geadelt“ wurde … bspw. Hannah Arendt von Martin Heidegger … ob_wohl der doch mehr von einem Zauberer als von einem Philosophen hatte, zumindest hat er nichts zurückgelassen, das man systematisch durcharbeiten könnte, was typisch für Zauberer sein mag: sie wirken über ihr Charisma, das durchaus ein ihnen zugesprochenes sein kann, also ihnen dann nicht einmal _das_ eigen wäre. Und so kann es geschehen, daß eine bürgerliche Intellektuelle, bspw. die genannte Hannah Arendt, bei der Beurteilung dessen versagt, das ohne die „Deutsche Philosophie“ nicht denkbar ist … da bei seiner Beurteilung durch bürgerliche Intellektuelle, diese direkte Verbindung nicht in

_deren_

Bewußtsein tritt

— denn:

wieso sollte lediglich Herr Nietzsche über ein „zweites Bewußtsein“ verfügt haben, wie Dieter Just überzeugend aufzudecken weiß?

Das läßt sich wie folgt illustrieren:

[…] es ist völlig ausgeschlossen, daß eine bedeutende Rede des Reichspressechefs der NSDAP

[_dies war Jacob Otto Dietrich, den die FAZ übrigens als „Posaunisten des Teufels“ bezeichnete: dies eine typische Mystifizierung, um auf diese Weise die, immer wenn’s darauf ankommt, versagenden deutschen bürgerlichen Intellektuellen aus der Schußlinie zu nehmen … soweit man, wie gesagt, überhaupt von Versagen sprechen kann, da es sich um etwas ihrem „Sein“ Inhärentes handelt, andernfalls wären sie schließlich keine „bürgerlichen Intellektuellen“_]

nicht mit „dem Führer“ abgesprochen war.

[_Zu diesem Otto Dietrich siehe: Dieter Just, „Die philosophischen Grundlagen des Nationalsozialismus“._]

Nimmt man Rybacks Angaben über Hitlers Bücher hinzu, bleibt nur eine Schlußfolgerung: Hitler hat Fichtes Schriften sorgfältig gelesen, ja studiert, vor allem sicherlich das verschollene Exemplar [_in der Bibliothek Hitlers_] der Reden an die deutsche Nation, der Bibel aller deutschen Nationalisten.

[_Siehe dazu: Timothy W. Ryback,
„Hitlers Bücher, seine Bibliothek, sein Denken“, Köln 2010._]

Damit wäre es an der Zeit, sich endlich vom Bild Hitlers als eines „ungebildeten“ Barbaren zu verabschieden, der seine Weltanschauung „aus der Gosse“ bezog (Hannah Arendt) und statt dessen den kritischen Blick auf die „Bildung“ selbst zu richten, die sich Hitler in seinen Büchern aneignete. […]

Quelle dieses Zitats:

Dieter Just, Aufsatz 23 „Zu den philosophischen Fundamenten der Hitler-Barbarei“: „Fichtes Deutscher Glaube — Der Kurzschluß zwischen deutschem Geist und deutscher Politik“.

Das bedeutet, mit ihrer Aussage, Hitler habe seine „Weltanschauung ‚aus der Gosse‘ bezogen“, steht auch Hannah Arendt in der Tradition des „main streams […], der Hitlers Weltanschauung ausschließlich auf dubiose Publizisten zurückführt und den Einfluß anerkannter Philosophen [_z.B. Fichte, Schopenhauer, Nietzsche_] auf sein Denken zu leugnen versucht“, wie es Dieter Just in der zitierten Schrift nennt. Und das versucht der „Main Stream“, also die bürgerlichen Intellektuellen überhaupt, nicht nur die deutschen, bis heute, und zwar, wie ich vermute, unbewußt.

Was bedeutet das?

Unter anderem, daß es

_nicht_

überzeugend ist, erklärt jemand, bspw. Hannah Arendt, wie es heute um die „Gleichschaltung des Denkens“ bestellt ist, unterliegt dieser dieser selbst, oder strickt an dieser mit. … Aus meiner Sicht ist aber das Bedenkliche an solchem Stricken, daß es so selbst_überzeugt wie un_bewußt erfolgt.

Das bedeutet, wie es alle bürgerlichen Intellektuellen tun, Hannah Arendt zieht mit der Bemerkung: „Hitler habe seine Weltanschauung aus der Gosse be- bzw. gezogen“ die Aufmerksamkeit von denjenigen ab, deren eigentliches Geschäft das Denken ist, wie Herr Martin Heidegger meinte, der nicht wenigen als der größte Philosoph des 20. Jahrhunderts gilt, und damit allen anderen, folglich auch tatsächlichen Wissenschaftlern: Wissen_Schaffenden … das Denken abspricht. Als fände das Denken in einem Sondergebiet statt, zu dem man einen Passierschein benötigte. … Und fühlte sich nicht auch Hannah Arendt geadelt, das Denken von Heidegger gelernt zu haben?


— Dies _keine_ „bürgerlich intellektuelle ‚Gleichschaltung’“? —


Aber was hat Herr Heidegger denn zurückgelassen, wenn man von seinen gedankenganglichen Windungen absieht, die im „Man“ enden, das nichts anderes als die von den Satelliten der Machtelite geschaffene öffentliche Meinung ist?



Diesen Text werden Sie an einer bestimmten Stelle — dann als weiterentwickelte Passage — in meinem neuen Buch entdecken: allerdings erst nach seinem Erscheinen …



© Joachim Endemann (_EndemannVerlag_)

_1 Zu den Ursachen dieses „Basischen“ siehe in: «Ist der Monotheismus von seiner Anlage her ein elementarer Faktor der Gewalt?», ab der Seite 436 unten, beginnend mit: „Vedânta bedeutet: ‚den Veden angehängte Schriften’“.

_2 Warum das so ist, habe ich insbesondere in einem meiner Bücher angerissen, siehe dazu die Hinweise in Fußnote 1. — Vgl. dazu auch Dieter Just, „Zu den philosophischen Fundamenten der Hitler-Barbarei“. Die einzelnen Aufsätze dieser erhellenden Reihe sind als PDF-Dateien im Internet über diesen Link abrufbar.

_3 Siehe die Hinweise in Fußnote 2.

_4 Zu den Ursachen für die Schaffung der „mentalen Kolonisationsideologie“ siehe die Hinweise in Fußnote 1. Siehe dazu auch die Aspekte 28: „Über was reden wir? — Es gibt einen schon seit 520 Jahren währenden Weltkrieg“ und 29: «Die Intellektuellen sind zu einem sehr großen Teil für jenes verantwortlich, welches sie anklagen», in: Sie fragen noch, wie die «Verhältnisse» liegen?