… was mag: „[…] ein europäisches Klassenbewußtsein […] schaffen […]“ bedeuten?


[__Ursprünglich mit: „Wenn ich Sie einmal zitieren darf?“ betitelt.__]


[…] Die europäische Krise kann nur von der Sozialdemokratie beendet werden […]

Gleich zwei Fragwürdigkeiten in einem Satz, der sich bei Facebook in einer „Notiz“ findet, die mit:

SPD-Parteilinke auf Irrwegen

betitelt ist.


Auf was mag das schließen lassen?


Denn zwar stimmt es, daß die _grundsätzlich_ neoliberal strukturierte EU in existentieller Krise steckt, aber diese ist keine Krise Europas.

Und diese existentielle Krise einer _grundsätzlich_ neoliberal strukturierten EU könnte nur „sozialdemokratisch“ beendet werden?

Was mag dann aber, also vor dem Hintergrund der _aktuellen_ gesellschaftspolitischen Situation in der EU

(__und damit ist selbstverständlich
genauso Wirtschaftspolitisches gemeint
__),

„Sozialdemokratie“ in der Praxis bedeuten?


Vielleicht sollte folgende Frage reflektiert werden:

Wieso kommen Partei-Linke in der SPD nicht in die Verlegenheit, den Beweis für jenes führen zu müssen, das sie als politisch Umzusetzendes fordern?

Diese Frage sollte schon allein deshalb reflektiert werden, da auf diese Weise deutlich würde, um was für ein organisatorisches Gebilde es sich sowohl bei dieser Gesellschaft als auch bei der politischen Entität EU handelt, sowie welchem Zweck die EU als Ganzes dient, hingegen welchem nicht.

Immerhin hat die EU weder Kriege in Europa verhindert noch eine relativ verteilte Prosperität für alle ermöglicht.

(__Näheres hierzu siehe in:

Die tri_logische Sezierung des lobbykratischen Zeitalters,
Band III: „’Ich stimme nicht zu!‘ Gesellschaftspolitische Lesungen über den Neowilhelmoliberalismus und seine Konsequenzen“, Teilband 2.__)


An irgendeiner Stelle des Threads zu der oben verlinkten FB-Notiz ist von einem „bedarfsgerechten sanktionsfreien Grundeinkommen“ (__BSG__) die Rede, das nichts anderes als das sogenannte bedingungslose Grundeinkommen (__BGE__) ist, nur _vermeintlich_ klar bezeichnet.

Tatsächlich sind solche vermeintlich „sozial“ gemeinten Forderungen die Absage an eine praktische linke Politik. Denn wer ein BSG/BGE o.ä. fordert, will einen vielfältig destruktiven Gesellschaftsprozeß weiterhin lediglich nur abfedern, nicht in einen konstruktiven umkehren.

Selbstverständlich kann man das vertreten, und es gibt gar nicht so wenige Unternehmer, die ein BGE selbst fordern, dies ist allerdings nicht mit linker Politik zu vereinbaren, bzw. dann nicht zu vertreten, will man den Menschen nicht weiterhin Sand in die Augen streuen.

Die Masse der Menschen will kein staatlich legalisiertes Almosen bekommen, sondern will ihren Lebensunterhalt selbst sichern — i.d.R. durch eine Arbeit, die gerecht entlohnt wird.

Was aber bedeutet in diesem Zusammenhang „gerecht entlohnt“?

Nun, ganz einfach: flächendeckende Bezahlung nach der Goldenen Lohnregel.

(__Zur Goldenen Lohnregel findet sich in
Band I und in Band III
der Tri_logischen Sezierung des lobbykratischen Zeitalters
alles notwendig zu Wissende.__)

[…] für mein Verständnis ist es lediglich dann verständlich, daß sich als politisch „links“ eingestellte Menschen für ein solches utopisches BGE-Vorhaben starkmachen, geht man davon aus, daß die entweder den […] Zusammenhang nicht kennen oder tatsächlich auf der anderen Seite der Barrikade stehen. Denn, so oder so, indem sie sich für ein solches „Einkommen“ einsetzen, vernachlässigen sie _unverzeihlich_ die einzig richtige Vorgehensweise — nämlich ohne Wenn und Aber für einen angemessenen, grundsätzlich in allen Branchen geltenden und gemäß der Goldenen Lohnregel flächendeckend zu zahlenden Lohn zu kämpfen. Indem sie das aber nicht tun, hingegen ein BGE propagieren,

und sich auf diese Weise mit so manchem als fortschrittlich geltenden Unternehmer einig wähnen, dessen Überlegungen dabei aber i.d.R. gänzlich anderer Art sind, denn, um eine davon zu nennen: Vom Niveau des ausgezahlten BGEs aus gerechnet wären für BGEler erst Löhne zu zahlen, wodurch das unternehmersubventionierende „Aufstocken“ flächendeckend würde,

zeigen sie, zumindest vom Resultat hergesehen, ein vergleichbares, in der achten Lesung beleuchtetes, von seiten der Gewerkschaftsführung gezeigtes Verhalten. […]


(__Quelle: a.a.O., Band III, Teilband 1,
Lesung 9: „Von Altersarmut und Niedriglöhnern“,
dort die Seiten 236 f., beginnend mit:
„für mein Verständnis ist es lediglich dann verständlich …“.__)


Dies übrigens ein Verhalten, das, um das Zitat zu ergänzen, wohl deshalb nicht so ohne weiteres auffällt, da im „linken Spektrum“,

begleitet von entsprechendem Tamtam,
insbesondere in großen Wahlkrämpfen aufgeführt,

politisches Schattenboxen eine elementare Übung ist.


Und was mag:

[…] ein europäisches Klassenbewußtsein […] schaffen […]

bedeuten?

Immerhin handelte es sich dabei um genau jenes Bewußtsein, das zu einem nun bereits 520 Jahre währenden Weltkrieg geführt hat — zuerst behaupteterweise „im Namen Gottes“:

Der Missionsbefehl

[…] Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen:

[__gemeint sind bloß jene elf Jünger, die dann als Apostel in die Welt gezogen sein sollen, um die „frohe Botschaft“ der Paulinischen Jesusbewegung zu verkünden, also ohne Maria Magdalena, obwohl die noch heute in Frankreich, d.h. in der Provence, als jene Persönlichkeit verehrt wird, die eben jene Botschaft dort verkündet haben soll, wobei die Wahrscheinlichkeit, daß sie _dieses_ tat, nämlich die „frohe Botschaft“ der Paulinischen Jesusbewegung zu verkünden, insofern geringer ist als jenes behauptete Verkünden dieser Botschaft durch die elf Apostel dieser Bewegung, da es sich bei ihrem dort Verkünden möglicherweise um das einer anderen Lehre handelte — allein schon wegen der selbst in den Propagandaschriften der Paulinischen Jesusbewegung durchklingenden Rivalität zwischen Petrus und Magdalena zu vermuten … was an dieser Stelle aber nicht das Thema ist, da es hier ums „europäische Klassenbewußtsein“ geht — ob_wohl eine Verbindungslinie besteht, was allerdings ein weiteres Ausholen verlangte, wonach Ihnen möglicherweise nicht der Sinn steht, vor allem aber, und das durchaus bedauerlicherweise, mit diesem unvollendeten Satz nicht adäquat zu fassen wäre__]

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. […]

(__Quelle: Mt 28, 18-20__),

später direkt „im Namen des Marktes“.




Selbstverständlich ist ein solches Kriegführen zu kaschieren,
was heutzutage bspw. über begrifflich „modernisierte“
orwellianische Formulierungen wie
„Krieg gegen Unrecht“ oder „Menschenrechtskriege“
ohne weiteres möglich ist,
da solche gern von Grünen und anderen gebraucht werden,
was jeden überzeugen muß,
denn die sind,
wie jeder „weiß“,
die Fortschrittlichen,
also die Avantgarde …
Wobei selbst mir die
Ver_Wendung solcher
orwellianischen Formulierungen einleuchtet:

denn wie bekäme man anders die Masse der Menschen dazu,
gegen ihre eigenen Interessen zu kämpfen?




Nun, dieses Kriegführen direkt „im Namen des Marktes“, erfolgte dann unter reger Führungsbeteiligung jener Europäer, die sich einst in jenem von den alten Reichen Europas geraubten Land für unabhängig erklärt hatten, das sie „USA“ nannten — ohne daß diese allerdings mit „Unabhängigkeit“ gemeint hätten, von nun an wenigstens mit den schon seit Urzeiten dort wohnenden Menschen in Gleichberechtigung zu leben, wäre das doch wider das „europäische Klassenbewußtsein“ gewesen …

Nun ja,
ist eben textlich und formuliertechnisch noch nicht alles ausgegoren,
was dann nicht schlimm,
ist eine gewisse Lernbereitschaft gegeben.

Ist diese gegeben?

Verwendet jemand Formulierungen wie die oben zitierte, oder meint jemand, das sogar liken zu müssen, sind jedenfalls Zweifel berechtigt — wenn auch zuzugeben ist, daß eine reine Oberflächenbetrachtung den Sinn und die Verwendung von gewissen Formulierungen nicht erschließen hilft.

Wie dem auch sei,
es wäre aus meiner Sicht starker Tobak,
wollte sich jemand,
oder gar eine ganze Gruppe,
auf diese Weise als Avantgarde
für die Bewältigung existentieller Krisen
lobbykratischer Gebilde à la EU oder gar
für sich befreien wollende Völker

(__ob in Europa oder anderswo__)

empfehlen.

Oder anders be_merkt:

… Wird Regressivem ein progressiver Anstrich verpaßt, ist offenbar selbst Pazifisten militaristisches Outen skrupellos möglich, ohne von sich selbst den Eindruck zu haben, Militaristen zu sein.

— Noch oder schon? … mag ein Randständiger ungehört fragen …


Siehe in diesem Zusammenhang auch:

« […] die Intellektuellen sind zu einem sehr großen Teil
für jenes verantwortlich, das sie anklagen. […] »
.


Sie erlauben in diesem Zusammenhang Werbung für meine Bücher?
Immerhin habe ich mich darin mit jenen
Tendenzen und Strömungen auseinandergesetzt,
die an der Basis dessen wirken, das jetzt offen zutage tritt.
— Das heißt diese Auseinandersetzung erfolgte beizeiten
.


© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)