34 Cent oder Ohne einen Deuxit / Germxit hat die EU keine Überlebenschance mehr.

Anfang Juni des Jahres 2016 soll eine wesentliche Führungskraft des Bundesverbandes der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) einen sogenannten Vorstoß von seiten der Gewerkschaften zurückgewiesen haben, in dem „inhaltlich“ eine „stärkere“ Anhebung des Mindestlohnes zum Ausdruck gekommen sein soll. Diese wesentliche Führungskraft jenes Verbandes, aus dessen Reihen viele Blaupausen zur schnellen Umsetzung (im eigenen Interesse) direkt auf dem Tisch der deutschen politischen Führungstruppe landen

(__also gesetzmäßig der neoliberalen Doktrin folgend__)

, soll bei der Gelegenheit zusätzlich davon gesprochen haben, daß aus

_d e m_

Grunde dieser von seiten der Gewerkschaften

fürs Fenster

vorgetragene „Vorstoß“

(__im Rahmen der „Sozialpartnerschaft“__)

zurückgewiesen werden müsse, da die sogenannte Mindestlohn-Kommission sich „an Recht und Gesetz“ zu halten habe.

Abgesehen davon,

daß es immer eine Frage ist, wer bestimmt, was Recht ist und was Gesetz werden soll

, sei an dieser Stelle der begründete Zweifel geäußert, ob auf seiten der Arbeitgeber es tatsächlich lediglich ein paar sogenannte schwarze Schafe oder es in diesen Kreisen nicht doch weit mehr vom BDA vertretene Arbeitgeber gibt, die nicht zahlen den seit Anfang des Jahres 2015 in Deutschland eingeführten und sowieso schon mit Ausnahmeregelungen gelöcherten Mindestlohn

— der übrigens zurückgeht auf einen Vorschlag des deutschen marktkonformen Gewerkschaftsbundes, dessen Vertreter darum wissen dürften, daß es Firmen gibt, die ihre Niedriglöhner derartig unter Druck setzen, bei Einstellung erst gar nicht den geltenden Mindestlohn zu fordern,

der fürs Finanzamt und/oder
den kontrollierenden Zoll
auf entsprechenden Suppenzetteln stehen
_m a g_.

Zwar wird das Schweigen der Gewerkschaftsvertreter damit verteidigt, daß diese von Niedriglöhnern angefleht würden, von solchen Arbeitgebern die Einhaltung der Mindestlohnzahlung nicht zu verlangen, da sie ansonsten ihren elenden Job verlören.

_N u n_

, das wird wahrscheinlich nicht von der Hand zu weisen sein, aber man wird die Frage reflektieren müssen, ob nicht die sogenannte Sozialpartnerschaft erst zu solchen Auswüchsen führen konnte, denn es wird ebenso nicht von der Hand zu weisen sein, daß die gewerkschaftlichen Arbeitnehmervertreter sich in der „Sozialpartnerschaft“ bequem eingerichtet haben — da entwickelt wohl so mancher eine Art von „Verständnis“ für die andere Seite dieser Partnerschaft, die stets auf Kosten der eigenen Klientel geht. So daß die Vermutung begründet ist, die gewerkschaftliche Führungsschicht stehe auf der falschen Seite — immerhin sind i.d.R. die Ergebnisse von Tarifverhandlungen ein Beleg dafür, wie nachteilig die Abschlüsse für die Arbeitnehmer sind: und zwar selbst bei Verhandlungen zwischen starken Gewerkschaften und der Arbeitgeberseite.



(__Es ist ein Fehler, nimmt man für bare Münze die von den schreibenden Mitarbeitern der Medien_Konzerne lauthals verkündeten Tarifverhandlungsergebnisse, wenn als Schlagzeile bspw. zu lesen ist: „4% mehr!“. Der Leser könnte dann nämlich den Eindruck gewinnen, daß sich diese Steigerung auf ein Jahr bezieht, tatsächlich bezieht sich die auf zwei Jahre, was einer Lohnsteigerung von etwa 2 Prozent pro Jahr entspricht. Dies ist aber weit unter dem, was notwendig wäre, die Handelsungleichgewichte innerhalb der EWU abzubauen und die deutsche Wirtschaft von ihrer exportüberschußlastigen Schlagseite zu befreien — die erst möglich geworden durch eine falsche Konstruktion der Europäischen Währungsunion [EWU], bzw., daß sich die deutsche Politik nicht an die von ihr selbst aufgestellten Regeln hält:

Einhaltung des jährlichen Inflationsziels von 2 Prozent, das weder über- noch unterschritten werden sollte — erzielbar über die Einhaltung der Goldenen Lohnregel in allen Ländern der EWU.

[__Dieses Ziel ist aber nicht im Durchschnitt einzuhalten, sondern in jedem Mitgliedsland, unter Orientierung an der je spezifischen,

_e r f a h r u n g s m ä ß i g e n_

Produktivitätsentwicklung in jedem dieser Länder.__]

Die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung in einem Mitgliedsland hat insbesondere dann große Auswirkungen auf den Zustand und die Überlebensmöglichkeit einer Währungsunion, wenn es sich bei diesem Land

a) um das wirtschaftlich stärkste handelt,

b) die Lohnabschlüsse über lange Jahre unter der Goldenen Lohnregel bleiben und

c) es in diesem Mitgliedsland einen großen Niedriglohnsektor gibt, der dafür sorgt, daß in diesem Land das durchschnittliche Gesamtlohnniveau sinkt, sowie

d) es zusätzlich noch ein soziales Knebelungsmittel gibt [sprich HARTZ IV], das auch den Arbeitnehmern außerhalb des weiten Feldes prekärer Arbeitsverhältnisse Angst macht, angemessene

[__jährliche__]

Lohnsteigerungen zu fordern.

Es ist also weit zu kurz gegriffen, weist man von deutscher Seite ständig daraufhin, die anderen hätten über ihre Verhältnisse gelebt, wenn es doch zu heißen hat:

weder über seine noch unter seinen Verhältnissen zu leben

, also das von der Europäischen Zentralbank [EZB] vorgegebene Inflationsziel [jährlich] möglichst genau zu treffen.

So widerfährt bspw. zur Zeit jenem Land Übles, das sich die ganzen Jahre seit Bestehen der EWU an dieser Goldenen Lohnregel orientiert hat. Dieses Land ist Frankreich: es verliert, weil die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung bei seinem größten Handelspartner [den man insofern nicht mehr als „Partner“ bezeichnen sollte] seit langen Jahren weit unter der Goldenen Lohnregel bleibt — und nicht, weil dessen Produktivitaet niedriger sei als in Deutschland [sie ist es nämlich nicht, „lediglich” die Löhne sind höher: entsprechend der Goldenen Lohnregel.__)



Solche unzureichenden Tarifabschlüsse sind eben weder ein Ausdruck für „sozialpartnerschaftliche Vernunft“ noch einer schwachen Verhandlungsposition, sondern dafür, daß diese Figuren i.d.R. auf der falschen Seite stehen: wer zu Beginn eines Tarifstreits Tamtam macht, beweist damit nicht, daß er tatsächlich auf der Seite derjenigen steht, von denen er gewählt worden ist.

[…]

Dieses an dieser Stelle nur noch gekürzt einsehbare Statement, ist überarbeiteter Teil des fünften Bandes der Edition !_scheuklappenfrei_!  Näheres siehe hier.

[…]


Da die deutsche politische Kommandotruppe Europas es ablehnt, ihr Modell in Frage zu stellen, ein Modell, das ausschließlich auf Kosten der anderen Länder in der EWU funktionieren konnte, diese Währungsunion nun aber schnurstracks in den Abgrund führt

(__rechtsradikale Bewegungen sind davon nur ein politischer Ausdruck, nicht anders Referenden, die dann doch ignoriert werden__)

, liegt es nun in der Verantwortung der Europäer, diese Kommandotruppe vor die Alternative zu stellen, ihre Politik sowie die damit einhergehenden unerfüllbaren Forderungen

(es dem „deutschen Modell” gleichzutun)

sofort durch eine konstruktive Politik zu ersetzen

_a n d e r n f a l l s_

sie zum Deuxit (Germxit) aufzufordern, da mit der von deutscher Seite dominierten EU-Politik keine, alle Mitgliedsländer erfassende, auf Prosperität ausgerichtete Wirtschaftspolitik möglich ist. (q.e.d.)


(__Zur Goldenen Lohnregel,

die, im Gegensatz zur dummen „Schuldenbremse“, in der Tat eine nicht nur wirkliche Regel, sondern auch die entscheidende für eine prosperierende Gesellschaft und insbesondere für eine Währungsunion ist

, siehe:

Die tri_logische Sezierung des lobbykratischen Zeitalters, Band I: Es werde mehr Licht! Mehr Demokratie wagen in der Lobbykratie? Untersuchung über die Konsequenzen der bürgerlichen Real-Demokratie, Teilband 2, Fußnote 177, Seiten 214-218. http://www.endemannverlag-shop.de/shop/.__)


Dieses Statement ist komplett überarbeitet worden und bildet nun den Band 5 der Edition !_scheuklappenfrei_!  

© Joachim Endemann

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