« Ein demokratisch verfaßter Staat strebt nicht nach Hegemonie »

Aus

« Quintessenz-Aspekt 2 »

[…] Die Geschichte belegt, daß kein demokratisch verfaßter Staat jemals nach Hegemonie gestrebt hat. Das ist deshalb so, da das Machtstreben kein die normalen Menschen bestimmendes Ziel ist. Die für ein solches Streben erforderlichen Bedingungen, wie wirtschaftliches Gürtelengerschnallen und Menschen-opfer, sind mit demokratischem Streben nicht in Einklang zu bringen.[1] Das heißt Demokratie ist imperialistischem Streben ab_träglich. Daher kommt es, daß die Machtelite eines Staates über ihre Satelliten bestrebt ist, die demokratischen Einflußmöglichkeiten auf die Politik zu minimieren.

Daran wird deutlich, daß die von einem Staat praktizierte Politik früher oder später in Widerspruch zu den Interessen der Masse der Menschen eines Staates geraten muß, wird die Politik dieses Staates nicht von ihr, sondern von einer Machtelite und deren Satelliten bestimmt, da die Interessen der Machtelite eines Staates in grundsätzlichem Widerspruch zu den Interessen der Masse der Menschen des entsprechenden Staates stehen.

Da aber auch ein Nationalstaat nicht der Staat der ihn bevölkernden Menschen, sondern die „Spielwiese“ seiner Machtelite und deren Satelliten — in spin_-doktorischer Wissenschaft, Politik, Massenmedien und Kulturbetrieb — ist, wird die von den verantwortlichen Politikern eines Nationalstaates praktizierte Politik nicht von dem bestimmt, das Volk heißt.[2] — Und da die EU-Politik von den Interessen der nationalstaatlichen Machteliten der EU-Mitgliedstaaten und nicht vom EU-Parlament bestimmt wird[3], ergibt sich aus dem Gesagten, daß die EU-Politikanti_demokratisch sein muß — das wird durch ihre vertragliche (__„rechtsstaatliche“__) Struktur bestätigt.[4]

Es leuchtet folglich ein, daß „externe Öffentlichkeitsarbeit“ immer dann entscheidend ist, geraten die „harten Interessen“ einer Machtelite in zunehmenden Widerspruch zu den Interessen der normalen Menschen — ob auf kommunaler, regionaler, staatlicher, staatenverbundlicher (__bspw. EU__) oder auf weltweit interstaatlicher Ebene.

Was spricht noch gegen Direkte Demokratie, spricht nichts für die simulierte Demokratie des lobby-kratischen Systems […]?

Zitiert aus:

« Sie fragen noch, wie die ›Verhältnisse‹ liegen? », Quintessenz-Aspekt 2: „Was mag externe ‘Öffentlichkeitsarbeit’ bezwecken?“, dort die Seiten 640-42. Erscheint im Dezember.

© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)


_1 Vgl. dazu auch die Aussage von Zbigniew Brzezinski in seinem: The Grand Chessboard –American Primacy and Its Geostrategic Imperatives, Basic Books, New York, 1997, dort die Seiten 35 f.

_2 Wie „Volk“ richtig zu definieren ist, also jenseits „mythisierendem Nebel“, ist in: Sie fragen noch, wie die « Verhältnisse » liegen auf den Seiten 337 ff., beginnend mit: „Denn folgendes ist keine politische Geschmacksfrage“, nachzulesen.

_3 Siehe dazu in: a.a.O., die Seiten 194-96, beginnend mit: „Wozu dient das EU-Parlament?“.

_4 Siehe diesbezüglich bspw. in: Die tri_logische Sezierung […], Band III, Teilband 2, Lesung 20, dort die Seiten 683-91, beginnend mit: „Von den ‘Freiheiten’ der EU“.