Was sind EU-Apologeten?

Ein EU-Apologet sagte mir, daß es fatal wäre, den Euro abzuschaffen, “wie es die AfD will”.

Gewiß, zum Angstmachen mag das gut sein. Tatsächlich will die AfD aber gar nicht den Euro abschaffen, das ist Tamtam, wie alles von dieser Partei Tamtam ist. Das ist mit Frau Le Pen und den anderen Real-Satirikern von der Seite der Rechtsabstützer des neoliberalen Systems nicht anders.

Ohne dieses System und sein neoliberales Projekt EU gäbe es diese Tamtam-Parteien nicht, allerdings genausowenig jene auf der sogenannten “linken” oder vermeintlich “progressiven” politischen Seite, da Tamtam-Parteien nicht nur für es lebenswichtig sind, sondern diese sich auch ergänzen.

Läßt nämlich ein Tamtamist von der einen Tamtam-Partei,
einen der für diese typischen Tamtam-Sprüche ab,
kommt die paßgenaue Tamtam-Antwort sogleich
von einer paßgenauen Gegen-Tamtam-Partei usw. usf.

Das ist auch normal, da es, also aus Sicht der „Verantwortlichen“ dieses Systems, bei diesem tamtamistischen Gespiele lediglich wichtig ist, daß die sich nicht ver_tamtammen, denn die neoliberale Richtung muß stets im Blick bleiben — wenn auch dazu mitunter eine große Linkskurve notwendig ist, oder ein kleiner rechter Schlenker, denn der politische Neigungswinkel des Systems ist rechtsorientiert:

Oder haben Sie schon einmal erlebt,
daß tendenziell linken Politik-Forderungen
nachgegeben wurde,
abgesehen vom Verabreichen politischer Kosmetika,
begleitet vom Absondern hübscher Sätze,
zum Unterstreichen solchen „Nachgebens“?

Umgekehrt,

semantisch „staatstragend“ verpackt,
geschieht das jedenfalls sofort.

Nun hat sich aber offenbar im westlichen Teil des orwellianischen EU-Imperiums des Friedens ein solches Vertammen ergeben. Und tatsächlich ist der Fort_Schritt in die falsche Richtung schon so fort_geschritten, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Phänomen der Gilets-Jaunes-Bewegung im ganzen „EU-Imperium des Friedens“ zu einem allgemein üblichen geworden sein wird.

Schon allein deshalb ist die „Armee der Europäer“ eine Notwendigkeit

— insbesondere ihr EU-gardistischer Teil.



„Die USA haben auch ihre Nationalgarde!“,
wird jeder EU-Apologet prompt „wissen“:

Worin, behaupten die noch,
daß die EU sich unterscheiden will?

— Nun,
das Wollen,
tatsächlich oder behauptet,
hat noch nie genügt,
etwas zum Besseren hin zu entwickeln,

dazu bedarf es des Könnens …

und _dazu_

fehlt der EU-Funktionselite alles!



Denn das SYSTEM muß schließlich gegen die un_verschämten Interessen der normalen Leute verteidigt werden.

Man weiß ja wohin das führte

— einst,

als das feige Aufbegehren des Volkes
gegen den gottgewollten Feudalismus
diesen ins Wanken brachte

und nur mit Mühe

zur bürgerlichen Gesellschaft
zu transformieren war,

deren letzte Krücke,

später dann,

das Faschisieren ihrer selbst war …

weshalb bereits,

durch kunstvoll verpackt nach
Fort_Schritt aussehendem Rück_Schritt,

Neo_Feudalistisches
um die Ecke lünkert.

So ist also das kakophonische Tamtammen unbedingt so_lange fortzusetzen, bis das Dumm-aus-der-Wäsche-Gucken wieder allgemein geworden ist

— wegen des dann unvermittelten
Gewahrwerdens des Gordischen Knotens —

obwohl der sich doch erst

sowohl _wegen_ der
als auch _trotz_ der

ganzen Tamtamerei

_wieder_

unmerklich bilden konnte,

ist diese Art der Knotenbildung
schließlich systembedingt.

Aber wieso wäre denn die „Abschaffung des Euros ‘fatal’“?

— „Weil“,

so kam die Antwort aus dem
Munde des EU-Apologeten schnell,

„das gewaltige negative wirtschaftliche Folgen hätte!“

— Wenn aber tatsächlich das Fatale am Euro seine falsche

(__oder doch die ideologische?__)

Konstruktion gewesen wäre?

Immerhin läßt sich aus
europäischer Perspektive

_nicht_ sagen,

daß der Ersatz des Euros durch
souveräne Währungen „fatal“ wäre.


Die wirtschaftliche Entwicklung
im UK ist der aktuelle Beleg dafür:

’Global Britain‘ hat sich gerade zum weltweit
führenden Investitionsziel entwickelt — ungeachtet des Brexits
“.


Gewiß, nehme ich lediglich eine deutsche Perspektive ein, dann stimmt das zwar, aber diese Perspektive wäre nicht zulässig, da es doch um „Europa“ geht, oder?

— Insbesondere jetzt,
wo’s ums EU-Parlament geht,

das nie Richtungsrelevantes
zu entscheiden hatte

— also um alles —,

so daß dieser Wahlkrampf
wohl zum

Herauskitzeln der
„Gesinnung“ dienen mag …

Selbstverständlich,
das wird dann insbesondere für die
deutsche Wirtschaft Konsequenzen haben.

Aber das hat ursächlich mit dem
„deutschen Modell“ zu tun, welches,

objektiv gesehen,

a) keines für andere sein kann
(__demnach kein Modell ist__)

und

b) selbstschädigend ist.

Tatsächlich besteht das Problem nämlich darin, daß die EU um die deutschen Exportinteressen herum gebaut worden ist, und auch zu einem Exportblock entwickelt werden soll.

Was ist also die EU?

— „Wir müßten dann aber die Schulden der anderen abschreiben!“,
tönte die erregte Antwort.

— Das stimmt.
Das aber ist immer so,
Herr Meier:

Exportüberschüsse zahlen sich letztlich nie aus,
denn Überschüsse entstehen immer durch die Schulden der “anderen”,
die diese deshalb haben,
da sie die Waren vom Exportüberschüßler aufgedrängt bekamen.



Weshalb sonst der riesige Niedriglohnsektor,
die falsche, bzw. ideologisch bedingte Konstruktion des Euros,
wodurch die deutsche Exportwirtschaft zudem zu einer der best geschützten wurde

— wo beginnt noch
„Protektionismus”?



Trifft die Behauptung zu,
daß die deutsche Wirtschaft eine geschützte ist?



Und gekauft wurden diese Waren auf Kredit,
denn deren Waren will der Exportüberschüßler selbst nicht haben.

(__Selbst keine Schulden gutheißen,
die der anderen aber als Bedingung
für eigene Überschüsse benötigen?
__)

Dieser Zusammenhang von Schulden
auf der einen und Überschüssen
auf der anderen Seite ist
übrigens ein saldenmechanischer,
hingegen keine Frage der Meinung.


Ja, diese Überschüsse zeigen sich auch in den TARGET2-Salden.


(__TARGET:  “Trans-European Automated Real-time Gross settlement Express Transfer System”, ist das System, das mit der Euro-Einführung Anfang 1999 eingerichtet wurde und den nationalen Filialen der EZB zur Abwicklung von Zahlungen untereinander dient. TARGET2 ist davon die aktualisierte Variante, die seit Mai 2008 gilt.__)


Allerdings existiert TARGET2 bloß deshalb,
da die EZB nicht wie eine richtige Zentralbank funktionieren darf.

Das ist übrigens einer der
Konstruktionsfehler der EU.
Der zweite entscheidende Konstruktionsfehler
ist der falsch bzw. ideologisch konzipierte Euro,
der damit im Widerspruch zur
Funktionsweise des modernen Geldsystems steht.

So erst konnten sich die deutschen Überschüsse überhaupt aufbauen.

Gewiß, die konsequente und sofortige Behebung dieser Konstruktionsfehler wäre eine Möglichkeit, das Eurosystem _vielleicht_ noch zu retten, ginge das mit einer massiven Erhöhung der Inlandsnachfrage sowie massiven Investitionen in die Infrastruktur, in das öffentliche Verkehrssystem, den Umbau des Energiesektors und der Wirtschaft

(__hin zu so
nachhaltiger wie umweltfreundlicher Produktionsweise:
wir wollen doch den “Planeten retten”, oder?__)

usw. einher

— und das im gesamten Gebiet der EU.

Sie wissen aber,
wodurch Inlandsnachfrage spürbar angeregt wird
und was dazu getan werden muß?
Sie wissen auch wodurch Investitionen in die
Infrastruktur realisiert werden und
was dazu getan werden muß?

Sie wissen ebenso,

welche Pinne die Vertreter des
Schäubleismus’ und des Merkelantismus’
im Kopf haben

— also nicht lediglich
die politischen,

sondern auch
die „journalistischen“,
spin_doktorischen und
kulturbetrieblichen?

Ganz besonders hübsch finde ich übrigens,
werfen Sie noch ein,

wenn auch etwas im Widerspruch zu Ihrer „Aussage“ stehend,
daß es „fatal“ sei,
den Euro „abzuschaffen“,

daß Sie sich vorstellen können,

sozusagen statt dessen,

„für die klammen Südländer
‘Austrittswege’ aus der Eurozone“

zu „gestalten“

— innerhalb der EU.

Denn das ist eine wirklich hübsche Formulierung!

— Nun, Herr Meier,
Sie wissen,
daß das tiefgreifende Veränderungen verlangte?
Wer sollte daran Interesse haben? Deutschland?


… Was ist also die EU?

— und vor allem:

Was sind ihre Apologeten?

… Vielleicht die zukünftigen
EU-Nationalisten?


© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)

Sie erlauben Werbung für meine Bücher?
Immerhin habe ich mich darin mit jenen
Tendenzen und Strömungen auseinandergesetzt,
die an der Basis dessen wirken, das jetzt offen zutage tritt.
— Das heißt diese Auseinandersetzung erfolgte beizeiten
.