Was bedeutet „populistisch” — jenseits so mainstreamiger wie dudischer Reflexbedienung?

Die Frage, ob etwas „populistisch“ ist, wird von neoliberalen Ideologen, Apologeten, Spindoktoren des Systems, neoliberalen Gewerkschaftsführern, öffentlichen oder privaten neoliberalen Kulturbetrieblern, neoliberalen Politikern aller politischen Couleurs des lobbykratischen Systems, zumindest all jener Parteien, die in den Parlamenten der sogenannten Demokratien einsitzen, bestimmt. Die wenigen Ausnahmen, die es dort gibt, können getrost als „Feigenblatt“ des lobbykratischen Systems betrachtet werden:

Demokratie wird zelebriert,
d.h. sie wird nicht gelebt,
doch sie muß aus dem Volk kommen
— jeden Tag …
unvereinbar mit einer Lobbykratie,
so daß die Forderung danach
nur „populistisch“ sein kann.

Aber was bedeutet „populistisch”?

Nun, eine populistische Angelegenheit ist eine Angelegenheit, die jeden betrifft, ob sie nun im „populären“ oder im „unpopulären“ Gewande daherkommt, nicht wahr? Demnach ist eine „un_populäre Angelegenheit“ eine „Angelegenheit“, von der nur wenige profitieren, oder?

Denn natürlich können wir den Menschen klar sagen,
daß wir dieses oder jenes tun müssen,
was vielleicht nicht angenehm ist,
aber dann muß der Grund für dieses Tun für jeden verständlich sein,
und nicht,
wie es in einer Lobbykratie üblich ist,
etwas zu Tuendes unter falschen Vorwänden zu tun —
bzw. zu behaupten,
“es” zu tun.
So bspw. davon schwätzend, daß wir „den Planeten retten“ müßten,
_o h n e_
die fehlenden ein Meter fünfzig von der „Idee“
bis zu ihrer Umsetzungsmöglichkeit
bedacht zu haben.

Aber wieso stellt sich denn das „populistische Problem“ überhaupt?

Oder besser gefragt:

Wann stellte es sich erst gar nicht?

Sind alle nicht nur darüber informiert, was politisch sinnvoll ist, sondern an der Umsetzung des politisch Sinnvollen beteiligt, d.h. sie diese Umsetzung selbst bestimmen und kontrollieren,

folglich nicht erst gefragt werden,
wenn die Freischwebler  des lobbykratischen Zeitalters

(__das sich u.a. dadurch auszeichnet,
daß das Orwellianische an ihm
als solches nicht erkannt wird,
da sie ihm,
dem Orwellianischen,

wofür Begrifflichkeiten wie
“Neoliberalismus”
exemplarisch stehen,

unisono unterliegen,
höchstens in jenen noch
ein seltsames Gefühl erzeugen kann,
die mit anderem Sozialisierungshintergrund unterwegs sind,
die das System,
da biologischer Faktor,
ohne weiteres ignorieren kann__)

gar nicht verstehen,
wieso ihre neueste un_geerdete „Idee“
wie üblich in die Hose geht,

was an sich ein schwerer Schlag gegen die
“mythische Vorstellung” von
der un_befleckten “Reinheit der Ideen“ ist,
was,
selbst_redend,
einem Freischwebler keine Überlegung wert sein kann,

diese also wieder einmal im Hemd stehen,

… nun, sind also alle Menchen einer

(__erst dann demokratischen__)

Gesellschaft nicht nur darüber informiert, was politisch sinnvoll ist, sondern an der Umsetzung des politisch Sinnvollen

_g e w o h n h e i t s m ä ß  i g_

beteiligt,

(__beginnend in der Schule auf
dafür eingerichteten “sozialen Spielwiesen” schon geübt — genannt:

“Wir erschaffen uns unsren eignen Staat”__),

d.h.

_sie_

diese Umsetzung selbst bestimmen und kontrollieren, stellt sich ohnehin nicht mehr die Frage, ob etwas „populistisch“ ist — ob nun im „populären“ oder im „unpopulären“ Gewande daherkommend, oder?

Schon allein deshalb nämlich,
da diesen Freischweblern von den normalen Menschen
recht zügig verdeutlicht würde,
daß sie,
also die Masse der Menschen,
sich ihre Ideen auch leisten können müssen,
da die andernfalls bloße „Ideen“ blieben,
die den normalen Menschen von den Freischweblern
dennoch als leuchtend verkauft würden,
da ein paar sich die vor_bildlich leisten können,
bspw. solche,
die man nicht adäquat besteuert,
während sie,
die Masse der Menschen,
so eben bis kaum über die Runden kommt.

Wären solche,
für eine Lobbykratie typischen Mißstände nicht gegeben,
wäre also keine Lobbykratie,
sondern Demokratie gegeben,
nun,
dann stellte sich „Populistisches” nicht als von Lobbykraten zu bekämpfendes “Problem”.

Und so hat es zwar etwas Komisches an sich, regen sich manche über „Populismus“ auf, während solche andererseits und bspw. der Meinung sind, „Neoliberalismus“ könne mit „Neu_Liberalismus“ ein_gedeutscht werden,

sozusagen halb_wegs —

da es tatsächlich lächerlich ist.

Als schlimm kann daran aber höchstens gelten, daß die das, da ein Meter fünfzig über der Masse der Menschen schwebend, nicht einmal merken —

offenbar _zu_ aufgeklärt

… oder?

© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)