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Die Ketzerin Simone Weil

Der originale Artikel ist am 22. Juli 2002 in der N° 274 der Printausgabe der Wochenzeitschrift Marianne   erschienen unter dem Titel: Simone Weil l‘hérétique. Sein Verfasser ist der Essayist, Philosoph und Journalist Philippe Petit, der u.a. auch als Redakteur dieser Zeitschrift tätig ist. Seine Artikel werden von der Idee geleitet, wissenschaftliche und technische Entwicklungen in Einklang zu bringen mit der Alltagskultur. Dementsprechend dienen seine Artikel der Reflexion über die sich daraus ergebenden Fragen: Wie kann es gelingen, Wissenschaft und Technik in der Alltagskultur zu verankern? Wie kann zwischen Philosophie und vorherrschender Kultur vermittelt werden? Auf welche Weise kann angemessen über Gerechtigkeit, Metaphysik und Religion reflektiert werden? Wie können die Grenzen zwischen den Wissensgebieten gezogen werden? Wie verortet man tagesaktuelle Informationen mit gesetztem Wissen?

Im folgenden Artikel geht Petit der Frage nach, welche Bedeutung das Werk von Simone Weil für uns noch heute haben könnte.

(Die Übertragung dieses Artikels ins Deutsche besorgte Joachim Endemann. Die Anmerkungen in eckigen Klammern, bzw. die am Ende dieses Artikels aufgeführten Anmerkungen – dann im Text meist wie folgt kenntlich gemacht: „[→]“ , stammen ebenfalls vom Übersetzer.)

Alle reformistischen Systeme oder solche, die soziale Veränderung verheißen, gehen von falschen Prämissen aus, d.h. sie beließen das Übel ungebrochen bestehen, falls sie tatsächlich umgesetzt würden.

Wenn man glaubt, daß alles besser gehen würde, daß man morgen glücklich wäre, täuscht man sich nicht nur, sondern mehr noch, man belügt sich.

Es ist ein Verbrechen, die Menschen traurig zu machen.

(Simone Weil, 1909-1943)

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