Ohne die EU ist für den deutschen Hegemon alles nichts.

Anlaß für dieses Statement ist die Besprechung des Buches von Costas Lapavitsas: „The Left Case against the EU“, das im Herbst 2018 herausgekommen ist und das ich bisher noch nicht lesen konnte, das aber, dafür bürgt der Name des Autors, gewiß lesenswerten ist, zumal die hier erfolgte Besprechung davon einen guten Eindruck gibt.

Ohne die EU ist für den deutschen Hegemon alles nichts. Handelte es sich hingegen um einen tatsächlichen Hegemon

(__nicht das ich das gut fände__),

wäre das anders, aber es ist eben einer, dem die eigene Substanz fehlt, und das ist traditionell so.(__1__) Das bedeutet aber nicht, daß ein solcher EU-Hegemon kein gefährliches Spiel spielen könnte, zumal die Machteliten in den Mitgliedsländern der EU die Richtung gut finden. Allerdings kriegen die langsam kalte Füße, denn es ist schwierig die Lage zu beruhigen, kommen die Menschen erst einmal kollektiv in Wallung. Aus Erfahrung läßt sich sagen, daß, geht gar nichts anderes mehr, die dann Krieg machen wollen — also nicht die normalen Menschen von sich aus, sondern die Machteliten mit ihren Satelliten in Politik, spin_doktorischer Wissenschaft, marktkonformen Medien und Kulturbetrieb.

Emil Kirdorf äußerte sich vor dem ersten Teil des Großen Krieges in diesem Sinne:

Entweder haben wir in drei Jahren Revolution oder Krieg.(__2__)

Damit brachte dieser spätere Hitlersteigbügelhalter die Gemütslage der europäischen nationalstaatlichen Machteliten bündig zum Ausdruck.(__3__) Zu jener Zeit waren in ganz Europa Streiks an der Tagesordnung. Deshalb ist auch die Behauptung falsch, man sei in diesen Krieg „schlafwandlerisch“ hineingeschlittert. Denn was ist das Credo von Machteliten? Nun, es lautet wie folgt:

Bevor wir die Macht teilen, hetzen wir eher die Völker aufeinander.(__4__)

Ich spreche eben nicht ohne Grund von Neo_Wilhelmo-Liberalismus(__5__), denn was mag gemeint sein, redet man bereits vom „Imperium des Friedens“, handelt es sich um die EU, in der es weder demokratisch noch friedlich zugeht, geschweige Frieden von ausgeht?


Übrigens bedeutet das Griechische „idio
soviel wie
eigenartig, ungewöhnlich, eigentümlich“ oder gar
profan“,
daraus wurde dann (__die__) „idiotes“,
d.h. soviel wie
Eigentümlichkeit, Privatmann, Besonderheit, unkundiger Laie, Stümper“,
und aus dieser idiotes wurde schließlich
die uns bekannte Idiotie
— wobei die Figur,
die sie betreibt,
landläufig als Idiot bekannt ist.(__6__)

Es läßt sich hinzufügen, daß eine Politik, obwohl der Machtelite eines Nationalstaates oder eines Staatenverbundes à la EU und ihren Satelliten nützlich, dann als idiotisch bezeichnet werden kann, bleiben schließlich nur noch zwei Optionen: entweder Gesichtsverlust oder Krieg.


© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)

1 _ Siehe hierzu in: Die tri_logische Sezierung des lobbykratischen Zeitalters, Band III: „Ich stimme nicht zu!“ Gesellschaftspolitische Lesungen über den Neowilhelmoliberalismus und seine Konsequenzen, Teilband 2, Teil 4: „Der Neowilhelmoliberalismus“, Lesung 18: „Das Europa des neowilhelministischen Hegemonen und seine Zukunft“, die Seiten 609-14, beginnend mit: „Die traditionell fehlende eigene Substanz“.

2 _ Siehe a.a.O., Band I: „Es werde m e h r Licht! Mehr Demokratie wagen in der Lobbykratie? Untersuchung über die Konsequenzen der bürgerlichen Real-Demokratie“, Teilband 3: „Die inter_staatlichen Auswirkungen“, Kapitel 6: „Mehr Demokratie wagen in der real existierenden Lobbykratie?“, die Seite 168. Bezüglich des ursprünglichen Zitats, das von einem Ohrenzeugen stammt, siehe die Seite 379. Bezogen auf die Person Emil Kirdorf, siehe die Seiten 379-83.

3 _ Siehe a.a.O., die Seiten 375-84, beginnend mit: „Man muß sich vor Augen halten, in welcher Gemütsverfassung die nationalstaatlichen Machteliten in Europa in den letzten Jahren vor dem Ausbruch des 1. Teils des imperialistischen Krieges waren, in einer Zeit, in der die Klassenspannungen so zugenommen hatten, daß in allen entwickelten Staaten Europas Streiks an der Tagesordnung waren.“

4 _ Siehe a.a.O., die Seite 384.

5 _ Siehe a.a.O., Band III, Teilband 2, die Seite 572: „Definition des Neowilhelmoliberalismus’“.

6 _ Siehe a.a.O., Teilband 1: „Die Benennung — Hintergrundausleuchtung zweier ideologischer Begriffe, zu denen zwar jeder etwas meint …“, die Seiten 121 unten und 22 oben.