Man sagt, die „Lämmer“ schwiegen. Wie sollten sie nicht schweigen, kriegen die Leithammel nicht bei_zeiten ihr Maul auf?

Heute muß ja ein Text kurz sein,
am besten gar nicht vorhanden,
deshalb lediglich eine kleine Bemerkung zur titeligen Frage.

Hätte bspw. Hans Findeisen (__1903-1968__) folgende Zeilen früher geschrieben, wäre er für mich charakterlich überzeugend — so aber kann ich seine, das Schamanische erforschenden Studien zwar ausgesprochen aufschlußreich finden und daraus schöpfen, jedoch ist es mehr als bleibende Irritation über seinen widersprüchlichen Charakter, fand er „danach“ nicht eine Silbe der Nachdenklichkeit:

[…] unsere Ahnen haben den Entschuldigungstanz um das getötete Wild getanzt und Gesänge angestimmt, die sie innerlich befreien sollten von der Last des Tötenmüssens.

[__Anmerkung:
Dies kein tiefer Ausdruck von weltverbundener Kultur?
Oder _ist_ ohne dem keine Kultur — vielleicht?
Haben wir Kultur?
Ja, wenn „Kultur“ die „zweite Natur“ des Menschen ist,
die er benötigt,
sich in der Welt so „verhalten“ zu können,
daß es im Sinne der eigenen Kultur als „richtig“ gilt.

{__Dann allerdings ist auch noch
barbarische Kultur „Kultur“.__}

Hingegen nein,
soll Kultur besagen,
sich „weltmäßig“ zu verhalten
— die Balance der „Wesenssphären“ im Auge zu behalten.__]

[…] unsere Ahnen haben den Entschuldigungstanz um das getötete Wild getanzt und Gesänge angestimmt, die sie innerlich befreien sollten von der Last des Tötenmüssens. Unsere heutigen Schlachthäuser allerdings sind nicht mehr Stätten […] des sühnenden Kultes. […]

Vielleicht haben wir etwas vergessen,
was wir […] nicht vergessen sollten? […]

Quelle: Hans Findeisen, Das Tier als Gott, Dämon und Ahne — Eine Untersuchung über das Erleben des Tieres in der Altmenschheit, Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1956, Seite 4.

Und heute? Nun, die Sache geht weiter — anders verkleidet.

© bezüglich der Anmerkung: Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)