Inblicknahme einer von Frau Annika Joeres verfaßten, als „Reportage“ bezeichneten Fehldeutung eines mit: „Die neuen Freunde am Kreisverkehr“ betitelten Phänomens.

Quelle dieser „Reportage“.

(__Die nachfolgenden Zitierungen
stammen aus dieser Quelle.__)

In ihrem Artikel, in dem es inhaltlich so zugeht, wie es offenbar für jene Kettenglieder der Elite des lobbykratischen Zeitalters üblich ist, kommt die wohl deshalb bei deutschen Medien beliebte Autorin verständlicherweise auf den eigentlichen, die Bewegung der Gilets Jaunes ins Leben gerufen habenden Punkt erst gegen Ende ihres Textes zu sprechen, da sie sich andernfalls mit den tieferliegenden Ursachen für dieses Phänomen des lobbykratischen Zeitalters hätte beschäftigen müssen, was von einem Glied in der Kette der Elite dieses Zeitalters zu erwarten schon deshalb zu viel verlangt wäre, da sie dann über die Art der Wahrnehmung dieser Elite, wenn nicht gar über die eigene, also über sich selbst hätte erzählen müssen.



Muß etwa davon ausgegangen werden,
daß die Autorin in jenen Teilen ihrer „Reportage“,
die einen gewissen Grad an Lächerlichkeit aufweisen,
ihre eigenen psychischen Befindlichkeiten projiziert?

— Vielleicht auch dem kollektiven
Gefühl jener „Elite“ entsprechend,
die sich für avantgardistisch hält? —

Das nur als Frage randständig bemerkt.



Was mag dann das Besondere an ihrem Artikel sein, wenn selbst jenes längst bekannt ist, was sie ihrem Medium dazu zu apportieren weiß?

War nicht schon vor seiner Wahl zum Präsidenten klar, daß Herr Macron eine forciert neoliberale Politik nach dem Muster der deutschen „Agenda 2010“ betreiben, also eine „neue“, folglich weder rechte noch linke „Politik“ verfolgen würde, die ihn offenbar wie zufällig in den Dunstkreis der Wohlhabenden,

und damit der Großen in der Wirtschaft,
für die ja die Gesellschaft da ist,
nicht die Wirtschaft für die Gesellschaft,

führen mußte?

War es nicht die Aufgabe der selbst nicht armen Frau Le Pen, das Gewissen der Franzosen zu mobilisieren — um letztlich, sozusagen zusätzlich, im entscheidenden Wahlkrampf-Duell ihre wirtschaftspolitische Inkompetenz zu offenbaren, was, im Vergleich dazu, diesen Herrn Macron den französischen Wählern als brillant erscheinen lassen mußte, zudem noch unterstützt von der ganzen als „links“ geltenden EU-Polit-Entourage, wie bspw. ein Herr Gysi, der die „französische Linke“ dazu aufrief, unbedingt diese politische Kunstfigur zu wählen?

Wieso?

Zum Schutz der Demokratie und zur Rettung der EU

— ist ja klar, oder?

Dabei ist Herr Macron den Franzosen spätestens seit 2014 als Ausverkäufer der französischen Industrie bekannt. Man denke bspw. an den Verkauf von Alstom an den US-Konzern General Electric, der im November 2015 wirksam wurde, was direkt mit der Einflußnahme des Herrn Macron zu tun hatte, denn dessen Vorgänger im französischen Wirtschaftsministerium, Arnaud Montebourg, wollte genau das noch unbedingt verhindern.

2016 dann gab es heftige, lange Monate währende Streiks, an denen sich so junge wie alte Franzosen aus vielen Schichten der Gesellschaft beteiligten, wobei es dabei vor allem um das „neue Arbeitsgesetz“ ging, das auf das „Reformpaket“ des Herrn Macron aus dem Jahre 2015 zurückgeht und das dennoch Mitte 2016 an der Nationalversammlung vorbei verfügt wurde — d.h. unter Ausnutzung des seit Ende 2015 geltenden Ausnahmezustandes, der dann im November 2017 per „Anti-Terrorgesetz“ zum Dauerzustand erhoben wurde.

Bis August 2016 war dieser Herr noch
französischer Wirtschaftsminister, d.h. von August 2014 an.

Zu behaupten, daß Herr Macron bei den Franzosen beliebt war, als der die Stichwahl gegen Frau Le Pen gewann, könnte folglich falscher nicht sein. Es war aber diese Elite,

der sich die Autorin dieses ekelhaft lächerlichen
Artikels wohl zugehörig fühlt,

die über die deutschen meinungsmachenden Medien diese Illusion bei den Lesern ihrer Medien erzeugte

— nicht anders, als diese überhaupt
so viele Illusionen bei diesen erzeugt.

Denn ohne die offenbar wirtschaftspolitisch inkompetente Frau Le Pen wäre diese neoliberale Kunstfigur niemals Präsident geworden. So aber, allein aus politischer Reife, entschieden sich die Franzosen für diesen Herrn Macron.

Das konnte nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Zumal dieser Präsident dann so richtig vom Leder zog und durch sein politisches Tun zeigte, wem er sich zugehörig fühlt und zu unterstützen gedachte und gedenkt:

Abschaffung der Vermögenssteuer,
Senkung der Steuern für Konzerne,

und wen er wem auszuliefern gedachte und gedenkt, beispielsweise durch

Streichung von Unterstützungen für all jene,
die,
im Gegensatz zu den Reichen und Wohlhabenden,
existentiell auf staatliche Unterstützung angewiesen sind
— und deshalb viel zu ertragen bereit sind,
vergeht sich die staatliche Macht nicht an ihren,
einst erstrittenen Rechten,
unter gleichzeitiger Ausweitung der Rechte derjenigen,
die der Förderung nicht bedürfen.

[…] Wenn die Gelbwesten über ihre Probleme sprechen,

die

[…] sie in die Suppenküche treibt, dann sind sie seelisch meilenweit von Macrons Idee der Start-up-Nation entfernt. […]

_Hier_ ist die Autorin beim Punkt,
alles andere ist bekannt oder seichtes „Erklärungsmuster“, wie gesagt:

so ekelhaft wie lächerlich!

Wenn sie schreibt:

[…] Unter seinen Abgeordneten und Wählerinnen finden sich überdurchschnittlich viele Selbständige, Gründer, man kann wohl sagen: optimistische Menschen, die die Welt einfach noch ein Stückchen weiter in die schon eingeschlagene Richtung drehen wollen. […],

dann liegt sie darin richtig.

Allerdings verschweigt sie,

wie es in solchen Kreisen üblich ist,

daß genau diese die 16 bis höchstens 18 Prozent jener Franzosen „repräsentieren“, die Herrn Macron 2017 tatsächlich gewählt hatten. Wie gesagt, die anderen, die ihm dann tatsächlich die Präsidentschaft sicherten, hatten diese Figur und ihr Kunstprodukt

„en Marche“

zur Verhinderung von Frau Le Pen gewählt.

Und _das_ spricht für die politische Reife der Masse der Franzosen.
Aber davon verstehen diese Autorin und ihresgleichen offenbar nicht viel.
Nur bedeutet das folgendes:

Die Autorin und ihre Elite können davon ausgehen, daß auch weiterhin 70 Prozent der Franzosen die Gilets Jaunes unterstützen: trotz der lächerlichen Umfrage-Manipulationen, die mitunter sogar das Zeug zur Realsatire haben.

Denn was bedeutet „arm“,
gefällt sich eine Elite darin,
bewußt Bedingungen zu schaffen,
die ganz normale Menschen
mehr und mehr unter sozialen Druck setzen?

Gewiß, der Mann gilt als intelligent.

Doch was heißt das schon, wenn diese politische Kunstfigur, die, wie die Autorin meint, „alles selbst im Sprint absolviert“ habe, seine „Interpretation“ der Nonsens-Theorie namens „trickle down effect“ zum besten gibt und damit die Masse der Menschen objektiv verhöhnt, obwohl diese Figur das wohl gar nicht als Verhöhnung meint, sondern diese glaubt solchen Nonsens selbst sogar

— was diese offenbar als intelligent ausweist.

Wie dumm, daß die Masse der Franzosen das nicht versteht: einfach zu intelligent der Mann, wie? Also, wie lautet dessen „Interpretation“ der Nonsens-Theorie namens „trickle down effect“? — Genau, sie lautet, wie diese Autorin diesen Präsidenten selbst zitiert:

Der erste am Seil zieht alle anderen mit.

Und diese Autorin, da auch sie gewiß intelligent ist, folgt diesem Nonsens, indem sie meint, daß dieser als intelligent geltende Mensch damit meine:

Nicht der Staat soll alle Bürgerinnen und Bürger mitziehen, sondern eben erfolgreiche Individuen.

— Was jeder versteht, der nicht dumm ist, oder?

„Der erste am Seil zieht alle anderen mit“? — Richtig ist: Der „erste“ am Seil erreicht nichts, wenn alle anderen in die entgegengesetzte Richtung ziehen.

Gerade die Metapher des „Ziehens am Seil“ steht für das Erfüllen einer Gemeinschaftsaufgabe. Eine Gemeinschaftsaufgabe ist aber nur eine solche, so sie allen nützlich ist und nicht von solchen Individuen und ihren Satelliten initiiert wird, die von der Art und Richtung des am Seil Ziehens am meisten profitieren. Dies der Masse der Menschen als richtig zu verkaufen, bedarf es der Gehirnwäsche — die, das stimmt allerdings, von denen seit Jahrzehnten „bestens“ betrieben wird, die sich als Elite der EU verstehen.

Gewiß, einen Artikel zur aufklärenden Erläuterung der sich seit dem Ende des Kalten Krieges entwickelnden und sich nun nicht mehr beruhigen wollenden Misere zu schreiben, kann weder von dieser Autorin noch von ihresgleichen erwartet werden, um bspw. die folgenden, sich daraus ergebenden Fragen aufzuwerfen, geschweige zu beantworten:

  • Ab wann ist jemand erfolgreich und weshalb?
  • Darf man sich kollektiv, also als Gesellschaft, von der
    „Freundlichkeit“ einzelner Menschen abhängig machen?
  • Was geschieht, ist die Nonsens-Theorie namens
    trickle down effect“ für ein seltsames politisches
    Gebilde normsetzend geworden, das den Namen EU trägt?

Die Beantwortung dieser beispielhaft gestellten Fragen erfolgt auf indirekte Weise gegen Ende dieses Textes. Einmal deshalb, da diese an anderer Stelle längst beantwortet worden sind, zum anderen, da durch die gegen Ende erfolgende, leicht geschrägte Erhellung der Szenerie des gesellschaftspolitischen Geschehens, das Problem sowohl mit dieser „Elite“ als auch mit dem,

welches unter

_der_

Voraussetzung als „EU-Imperium des Friedens“
bezeichnet werden kann,
versteht man darunter
eine orwellianische Benennung,

schlagartig zu erkennen ist — und in welcher Kontinuität das Ganze steht.

— Immerhin gäbe es ohne _diese_ „EU-Elite“
dieses „Imperium des Friedens“ nicht.



Und die Situation in Deutschland?

Nun, sie ist entschieden schlimmer als in Frankreich. Oder wo mögen dort ein funktionierendes Gemeinwesen, wo Gemeinsinn zu entdecken sein, wenn dieses oder jener nicht gerade von irgendwem elitär beschworen wird

— nämlich lediglich noch hohl,

also die Katalysatoren des lobbykratischen Systems ihr Sprach- und Denkvermögen fürs Heucheln und Verschleiern von gesellschaftspolitisch grundlegenden Mißständen verwenden?

Wo kommen denn bspw. Erwachsene auf der Straße
über Kinder ins Gespräch und wo über Hunde?

Gewiß, „Suppenküchen“ heißen in Deutschland „Tafeln“, aber was anderes als Armenküchen sind denn diese „Tafeln“?

— Wie „fein“ orwellianisiert die Sprache doch schon ist,
nicht wahr?
Man könnte auch sagen:

verhunzt!

Aber ich verstehe schon:

Das ist wichtig für die Leser, mögen sich diese doch lieber mit dem von Leuten wie solchen Autoren suggerierten Gefühl zufrieden geben, anstatt selbstständig zu überdenken wie es ihnen wirklich geht, als suggeriert zu „wissen“, daß es ihnen „besser“ als jenen ginge, die sie eigentlich gar nicht kennen:

die Franzosen.


Die Autorin schließt ihre „Reportage“ mit einer Kostprobe dessen ab, was die Elite des lobbykratischen Zeitalters auszeichnet — ihre „Ausblickfähigkeit“:

[…] Oder sie

[__also die Gilets Jaunes__]

mobilisieren erfolgreich weiter, bis sich die Politik ändert – und dann wird sich Emmanuel Macron schwer halten können.

„Schwer halten können“

— lustig!

In der Tat, davon gehen Sie besser aus, Frau Joeres. Sie gehen auch besser davon aus, daß dies in der EU die _erste_ tiefgreifende Reaktion auf eine fundamental falsche Politik ist, die seit dem Ende des Kalten Krieges betrieben wird.

Das heißt nicht die letzte,
in Aktion umschlagende Reaktion!

Während Sie und Ihresgleichen sich darauf einstellen sollten, stelle ich mich umgekehrt darauf ein, daß von den Leuten, für die Sie letztlich so schreiben, wie Sie schreiben, dann das Übliche zu erwarten sein wird.

Was das ist?

Das läßt sich bestens mit Chesterton sagen. Warum mit Chesterton?

Nun, es paßt zur Beantwortung
der oben gestellten Fragen.

Denn just gestern wurde ich auf eine französische Übersetzung
eines der Bücher von Chesterton aufmerksam gemacht,
d.h. auf eine Passage,
die völlig verharmlost wiedergibt,

offenbar um eine gefährliche Klippe
dieses Buches dem Leser zu „ersparen“,
also sein andernfalls u.U.
einsetzendes Denken zu verhindern,

denn, derartig verharmlost entstellt,
kann sogar der gegenteilige Eindruck
von dem entstehen,

was Chesterton damit verdeutlichen will.


(__Immerhin hatte es 1789 die Französische Revolution gegeben und 1911, als die von Jean Florence [__1883-1915__] erfolgte französische Übersetzung herauskam, verdüsterten sich die gesellschaftspolitischen Verhältnisse in Europa bereits wieder flächendeckend, so daß von seiten der damaligen französischen Machtelite und ihren Satelliten, gemeinhin „Elite“ genannt,

also so wie heute,

kein Interesse daran bestehen konnte, den Sinn von übersetzten Texten ungeglättet zu lassen — zumal in der Bevölkerung die Erinnerung an die 1871 mit entscheidender deutscher Militärunterstützung erfolgte Niederschlagung der Pariser Commune noch wach war.__)


Die gemeinte Passage entstammt dem von Gilbert Keith Chesterton (__1874 – 1936__),

berühmt wegen seiner „Pater Brown Geschichten“,

geschriebenen Roman:

„The Man who was Thursday: A Nightmare“,
der 1908 erstmals veröffentlicht worden ist.

Dort im 11. Kapitel

(__„The criminals chase the police”__)

erläutert Chesterton an einer Stelle, daß Anarchie nicht von den Armen kommen könne, sondern nur von den Reichen, denn, im Gegensatz zu den Reichen, die es immer ablehnen, regiert zu werden, beklagten die Armen sich erst, würden sie schlecht regiert. Deshalb könnten die Armen zwar Rebellen sein, niemals aber Anarchisten, denn sie, die Armen, wären wie sonst niemand daran interessiert, in einem gerecht regierten Staat zu leben.

Soweit Chesterton.

Darauf ist zu antworten:

genau, so ist es!

Denn welche Chance könnten die Armen haben, läßt die Regierung Gesetzestexte konstruieren, die ihnen Schaden bringen müssen? Immerhin sind sie arm, im Gegensatz zu den Reichen, die entscheiden können, ob sie, bspw. mit ihrer „Jacht nach Neuguinea“ segeln oder sonstwohin, um dort von der dortigen Bevölkerung ein genauso abgehobenes Leben zu führen, wie sie es in ihrer „angestammten Welt“ gewohnt sind.

Erst recht,
ist eine Regierung im Dienste der Reichen und deren Lobbyisten direkt tätig.
Welchen Fürsprecher sollten sie dann noch haben?
Wie sollten sie sich dagegen dann noch wehren?

Indem sie sich _heute_ an die lobbykratische Elite wendeten, etwa?
Oder an eine tamtamistische politische Opposition?

Was mögen die Kettenglieder der Elite des lobbykratischen Establishments glauben, wieso die Gilets Jaunes weder mit diesen noch mit tamtamistischen Figuren der sogenannten politischen „Linken“, wie Herrn Mélenchon, oder mit seltsamen Figuren der politischen Rechten, wie Frau Le Pen, etwas zu tun haben wollen? — Tief in ihrem Herzen mögen manche Elite-Kettenglieder es wohl ahnen. Denn grundlos haben, bspw. die Autoren dieser „Elite“ ihren Schreibstil ja nicht:

Hinter ihren geweichten Sätzen verbirgt sich
die Aggressivität von Figuren,
denen ein elitärer „Kosmopolitismus“ zwar eigen sein mag.
Aber was ist der wert, geht es um die Rechte der Armen?

— Und, es sei wiederholt:

Denn was bedeutet „arm“,
gefällt sich eine Elite darin,
bewußt Bedingungen zu schaffen,
die ganz normale Menschen
mehr und mehr unter sozialen Druck setzen?

Um sich „eigenverantwortlich“ aus den ausgelegten Fallstricken zu befreien,
denen Wohlhabende sich rechtzeitig entziehen können
— insbesondere,
wird diesen noch jene Unterstützung gewährt,
die nicht bei diesen,
sondern

(__völlig unabhängig von der Gerechtigkeit,
denn damit ist der Elite des lobbykratischen Zeitalters
überhaupt nicht zu kommen: völlig „veraltete“ Regung__)

 allein bei den normalen Menschen
wirtschaftspolitisch Sinn macht?

Eine Aggressivität jedenfalls, die womöglich offen zutage tritt, wie dies von einer abgehobenen Elite, bspw. von jener mit dem ideologischen Dogma der EU ausgestatteten, nicht anders erwartet werden kann:

Denn der Grausamkeit bedarf es schon.

Wie anders sollte es einen,
wenigen Menschen dienenden,
„aktionistischen Fortschritt“
in die falsche Richtung geben können, oder?

Nun, aus der oben bemerkten Textstelle in Chestertons Roman wird deutlich, wer das Problem bei der Schaffung einer gerechten Gesellschaft ist. Denn überträgt man das auf die Bewegung der Gilets Jaunes wird unübersehbar, wer heute völlig versagt: die EU-Elite — Und was deshalb absehbar zu erwarten ist.


[…] Es äußerte eine der in deutschen Elite-Kreisen angesehenen Personen, daß eine ausreichende „intellektuelle Ausstattung“ Bedingung dafür sei, es _jemals_ bis ins Establishment zu schaffen. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, Tatsache ist aber, daß es nicht der Intellekt ist, der über seine Verwendung bestimmt, ist er doch lediglich ein Werkzeug, sondern der Charakter — ob also, bspw., der Verstand dort wohnt, wo er wohnt, geht’s vernünftig zu:

im Herzen.

Aus meiner Sicht stellt sich folglich die Frage anders:

Sollte man bestrebt sein, der neoliberalen Elite angehören zu wollen? Immerhin stände in dem Fall die persönliche Integrität in Frage — wo aber wohnte dann der Verstand: Eventuell im Hintern eines anderen?

Und überhaupt:

Was bedeutet denn „Establishment“, ist es das einer Lobbykratie?

Was hat die Masse der Menschen dann von einem solchen zu erwarten? Nun, von einer Elite, die mit einer solchen Ideologie ausgestattet ist, bei der es sich um eine Amalgamierung von aktualisiertem Wilhelminismus und Neoliberalismus handelt und deshalb als „Neowilhelmoliberalismus“ richtig bezeichnet ist, konnte und kann

(__so die fühlt, daß etwas „geschehen“ muß__)

nichts anderes erwartet werden, damals wie heute […]:

Bevor wir die Macht teilen, hetzen wir eher die Völker aufeinander. Das taten diese „Eliten“ — und lösten doch keines der ursächlichen Probleme: im Gegenteil. — Diese „Haltung“ der Machteliten ist heute so präsent wie damals. […]

(__1__)


© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)

1 _ Die tri_logische Sezierung des lobbykratischen Zeitalters, Band III, „Ich stimme nicht zu!“ Gesellschaftspolitische Lesungen über den Neowilhelmoliberalismus und seine Konsequenzen, Teilband 2, Lesung 18: „Das Europa des neowilhelministischen Hegemonen und seine Zukunft, die Seiten 614 f., beginnend mit „Anmerkung zum Establishment“.