In der Lobbykratie ist ein Lobbyist IM

Im 1900 Jahrhundert war in Großbritannien einem jeden politisch interessierten Menschen, zumindest so dieser wählen konnte, dann allerdings zwingend ein Mann war, bekannt, daß ein „Placeman“ ein Amtsträger war, der aus Gründen gewisser Interessen, also nicht jener von jenen, die ihn in seinem Wahlkreis gewählt hatten, einen politischen Posten besetzte. Wer nun allerdings glaubte, daß es sich um einen Fortschritt handelte, daß das heute nicht mehr bekannt ist, wenn auch nun geschlechtsunspezifisch praktiziert, befände sich,

gedanklich gesehen,

in einem “demokratischen Irrtum”. Denn was träte nicht alles zutage, ja, hätte sogar das Potential, bei jedem Zuhörenden ein “Aha-Nachdenken” auszulösen,

würde

das Georg Schrammsche Postulat eingelöst,

daß jede Person, bspw. auf der Rednerliste des Bundestages sozusagen an_stehend, bevor sie mit ihrem abgelesenen Redebeitrag beginnen dürfte, aufzuzählen hätte, von welchen geschlechtsunspezifisch inoffiziellen Mitarbeitern (__IM__) der Lobbykratie sie bei der Ausarbeitung ihres Redebeitrags “unterstützt” wurde — zumal sie dann möglicherweise kaum noch Zeit hätte, “ihren” von anderen inhaltlich festgelegten „Beitrag“ ablesenderweise vorzutragen?

Gedanklich mag sich jener Mensch also in einem “demokratischen Irrtum” befinden, der aber bloß deshalb möglich ist, da nicht nur dieser in seinem

realen

gesellschaftlichen Dasein tatsächlich von einem komplexen demokratischen Irrtum bestimmt wird.

© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)