Erinnerung an eine großartige Ausstellung …

Die Abbildung ist eine Erinnerung an eine großartige Ausstellung, die im Jahre 2012 im Wallraf-Richartz-Museum in Köln gezeigt worden ist, sozusagen als, soweit möglich, Nachstellung jener vierten Sonderbund-Ausstellung, die im Jahre 1912 ebenfalls in Köln zu sehen war und deren Titel lautete:

Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln, 1912.

Diese für ein breites Publikum gedachte Ausstellung wurde in jener Halle präsentiert, die 1910 als deutscher Pavillon für die Weltausstellung in Brüssel und danach vorüberregend als städtische Ausstellungshalle am Kölner Aachener Tor diente, bevor ihre Stahlkonstruktion in den 1920ern erneut zerlegt und schließlich Teil des Gebäudekomplexes auf dem rechtsrheinischen Messegelände wurde.

Diese Halle war damals in der Zeit vom 25. Mai bis zum 30. September fürs Publikum geöffnet,

vorausgesetzt,

die Besucher fanden sich dort zwischen „9 und 7 Uhr“ ein —

wobei anzunehmen ist,

daß damals im Jahre 1912 ein letztes Hineinhasten nicht anders unsinnig gewesen wäre wie 100 Jahre später, als zwischen dem 31. August und dem 30. Dezember des Jahres 2012  diese „Retrospektive“ unter dem Titel:

1912 — Mission Moderne

 von mir im oben genannten Museum hastfrei zu genießen war.

 

 

 

 

Diese Ausstellung diente vor allem dem Zeigen von Beispielen des „malenden Expressionismus“.

 

Tatsächlich ist aber die Kunstbewegung „Expressionismus“ weit mehr, wie schon in dem Titel jener Ausstellung zum Ausdruck kommt, die zwischen dem 24. Oktober 2010 und dem 13. Februar 2011 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt zu erleben war:

Gesamtkunstwerk Expressionismus.

Denn zum „Expressionismus“ gehörten, neben malerischen, filmische, literarische, theatralische, tänzerische und architekturale Schöpfungen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Abbildung zeigt die Photomontage Ludwig Mies van der Rohes, „Hochaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin“, die 1921/22 entstanden ist.


(__Das Photo ist der zugehörigen Museumsausgabe entnommen und von mir objektbereichert leicht verfremdet worden:  Gesamtkunstwerk Expressionismus — Kunst, Film, Literatur, Theater, Tanz und Architektur 1905 bis 1925, herausgegeben von Ralf Beil und Claudia Dillmann, Institut Mathildenhöhe, Darmstadt, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 2010, die Seite 211.__)


Gut möglich, daß diese Ausstellung eine mich ungewöhnlich beeindruckende war — dies nun allerdings nicht in „ver_gleichender Bewertung“ gesagt, wie es oft ent_wertenderweise geschieht,

und diese Artlosigkeit sich keineswegs
nur auf künstlerische Ausdrücke beschränkend,

sondern dies allein mich selbst betreffend meinend.



© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)


Und so war es auf der WebSide des Wallraf-Richartz-Museum im Jahre 2012 neugierigmachend zu lesen:

1912 – Mission Moderne
Die Jahrhundertschau des Sonderbundes.
Große Retrospektive mit
van Gogh, Gauguin, Picasso, Munch & Co

Vor 100 Jahren fand in Köln eine der wichtigsten Ausstellungen der jüngeren Kunstgeschichte statt. Die heute legendäre Kölner Sonderbundausstellung war im Sommer 1912 angetreten, dem konservativen Kaiserreich die moderne Kunst nahe zu bringen – mit durchschlagendem Erfolg. Die Schau wurde in Deutschland zum wichtigsten Wegbereiter für die Moderne. Qualität und Quantität der Exponate waren atemberaubend. Rund 650 Kunstwerke – darunter alleine 130 Gemälde von van Gogh, 26 von Cézanne, 25 von Gauguin, 32 von Munch und 16 von Picasso – waren in der eigens für die Schau errichteten Ausstellungshalle zu sehen. Das Spektrum der ausgestellten Kunst reichte vom Postimpressionismus bis hin zum deutschen Expressionismus, den jungen Malern der Brücke und des Blauen Reiters.

Anlässlich des Jubiläums der Sonderbundausstellung zeigt das Wallraf mit „1912 – Mission Moderne“ vom 31. August bis 30. Dezember 2012 einen spektakulären Rückblick auf diese Jahrhundertschau. Mit mehr als hundert Meisterwerken, die damals zu sehen waren, wird die ursprüngliche Ausstellung in ihren Schwerpunkten und Zielsetzungen rekonstruiert. Die hochkarätigen Exponate kommen aus der ganzen Welt nach Köln. Zu den Leihgebern zählen unter anderen das Amsterdamer Van Gogh Museum, die Staatlichen Museen Berlin, das Art Institute Chicago, die National Gallery London, das Museum of Modern Art in New York, das Munch-Museum Oslo, das Musée d`Orsay in Paris und die National Gallery Washington. Aber auch zahlreiche private Sammler trennen sich für die Retrospektive von Meisterwerken, die teils seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich ausgestellt wurden.

Mit der Ausstellung macht das Wallraf die zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschenden künstlerischen Tendenzen wieder sichtbar. Und dank des historischen Abstandes von hundert Jahren wird die faszinierende Retrospektive verdeutlichen, wie revolutionär und bahnbrechend die Sonderbundausstellung für ihre Zeit war.