Ein Horror für Neoliberalisten!

Folgendes Zitat mag ein Horror für Figuren wie bspw. einen Herrn Fuest sein, mehr Ideologe als Ökonom und Nachfolger von Herrn Sinn beim Ifo-Institut in München, für diesen Herrn Sinn

(__den „klügsten Ökonomen Deutschlands“__)


nicht anders, der bis heute offenbar nicht versteht, was es mit TARGET2 auf sich hat, wozu es dient, bzw. wieso es überhaupt existiert, oder für den Begründer des Schäubleismus, der von jenem Herrn Fuest beraten wurde als der Finanzminister war, selbst ausschließlich Jurist und wohl deshalb für diese Aufgabe prädestiniert war, und als höchst honorige Person in diesem Land gilt
— der Schaden, den der
(__gewiß nicht allein__) angerichtet hat,
fällt uns gerade auf die Füße,
aber verantwortlich können dafür nur die „anderen“ sein,
ist ja klar,
oder?

 
Gewiß, in diesem Zitat liegt Horror für Neoliberalisten, tatsächlich aber enthält es alle Elemente, die eine intelligente Wirtschaftspolitik benötigt — insbesondere dann, soll nachhaltiges Produzieren überhaupt erst prinzipiell und nicht bloß nischenmäßig möglich,
soll also nicht bloß darüber geredet werden,
daß nun aber endlich nachhaltig zu produzieren sei.
 
ZITAT
[…] In der Realität kann jedes Land, ganz gleich, ob arm oder reich, das Kapital schaffen, das es braucht. Es gibt keine vorgegebene Summe an Kapital. Das Sparen, im Sinne von Zurücklegen von nicht ausgegebenem Einkommen, ist gerade nicht die Quelle des Kapitals, wie das die herrschende Lehre glauben macht.
Sparen ist, ganz im Gegenteil, die entscheidende Bremse im Prozess der wirtschaftlichen Entwicklung, weil es die Gesamtnachfrage vermindert und unter das Niveau drückt, das die Wirtschaft braucht, um ihre Kapazitäten auszulasten.
 

[__Anmerkung:
Stellen Sie sich vor,
daß über die Unternehmen eines Landes
jedes Jahr 100% an Gütern produziert werden
und 100% an Einkommen.
Was geschieht, wenn davon _jedes_ Jahr 10% gespart werden? —
Diese 10% fehlen dann _jedes_ Jahr im Wirtschaftskreislauf.
Lösung?
A) Sie versuchen diese 10 Prozent im Ausland abzusetzen.
B) Sie gleichen diese 10 Prozent über Verschuldung aus.
C) Sie sorgen dafür, daß die Löhne durch alle Branchen hindurch
im Sinne der _erfahrungsmäßigen_ Produktivitätsentwicklung
{__plus Zielinflation!__}
steigen.
Auf diese Weise entspricht die Nachfrage der produzierten Menge an Gütern.
Dies läßt in einer Gesellschaft
immer neue Geschäftsfelder entstehen,
also auch Arbeitsplätze.
Das ist der Anreiz,
den Unternehmer zum Investieren brauchen.
Und es ist dieser Anreiz dann,
der Unternehmer die Rolle spielen läßt,
die diese in einer Marktwirtschaft zu spielen haben:
sich zum Zwecke des Investierens zu verschulden.


(__Dies eine Verschuldung, die sie über ihren Gewinn bezahlen können.
Ein Gewinn, der bis zu einer gewissen Höhe genau deshalb akzeptable ist,
da dieser Gewinn als Risikodividende zu verstehen ist,
so wie die _regelmäßige_ Beteiligung der Arbeitnehmer
an der Produktivitätsentwicklung  eine Bedingung für solchen Gewinn
überhaupt erst ist.__)


Brauchen sie diese Rolle nicht zu spielen,
da man sie steuerlich entlastet,
und drückt zugleich die Lohnentwicklung
unter die _erfahrungsmäßige_ Produktivitätsentwicklung,
werden sie diese Investitionsneigung nicht haben.
Haben Unternehmen diese Neigung nicht
und verschulden sich zum Zwecke des Investierens nicht,
muß es einen anderen Schuldner geben,
da andernfalls jene oben beispielhaft genannten 10 Prozent
_jedes_ Jahre im Wirtschaftsprozeß fehlen.
Dieser Zusammenhang muß erkannt werden, will man eine konstruktive Wirtschaftsentwicklung, konstruktive internationale Wirtschaftsbeziehungen
und eine möglichst geringe staatliche Verschuldung haben.__]


Diese Bremse kann nur überwunden werden, wenn es Akteure gibt, die bereit sind, sich trotz der bremsenden Wirkung des Sparens zu verschulden.
Kapital entsteht folglich im Prozess der wirtschaftlichen Entwicklung und es ist genau dann in ausreichendem Maße vorhanden, wenn dieser Prozess funktioniert, also die Bereitschaft sich zu verschulden größer ist als die geplante Ersparnis. Dann werden Einkommen bei den Unternehmen und bei den privaten Haushalten geschaffen, die es erlauben, zu investieren und dadurch wieder neues Einkommen zu generieren. Diesen Prozess anstoßen kann und muss der Staat, wenn es auch bei extrem niedrigen Zinsen keine sich selbst tragende Investitionstätigkeit gibt. Läuft der Prozess einmal, muss der Staat nur noch dafür sorgen, dass die Einkommen der Masse mit der Produktivitätsentwicklung und dem Inflationsziel Schritt halten.
 

[__Anmerkung:
Das „Inflationsziel“ liegt in der EWU bei 2%.
Dieses „Ziel“ darf aber nicht im EU-Durchschnitt erreicht werden,
sondern es muß in jedem Mitgliedsland erreicht werden.
Wenn Sie sich das richtig überlegen,
werden Sie feststellen,
daß es Deutschland ist,
das sich seit der Einführung des Euros nicht an diese wichtige Zielvorgabe hält,
während Frankreich das übrigens getan hat
— von dort aber resultieren die Probleme der französischen Wirtschaft,
nicht weil die etwa unproduktiv wäre:
Die Produktivität dort ist mindestens gleich,
wenn nicht sogar noch etwas höher als in Deutschland.
Wenn Sie sich das ebenfalls richtig überlegen,
dann müßten Sie zu dem Schluß kommen,
daß von deutscher Seite eine für eine Währungsunion
so gefährliche wie letztlich selbstschädigende,
also inakzeptable Wirtschaftspolitik betrieben wird.__]


 
Außenwirtschaftlich muss eine solche Strategie abgesichert werden durch ein Währungssystem, das dafür sorgt, dass Inflationsdifferenzen zwischen den Handelspartnern jederzeit ausgeglichen werden. Auch das funktioniert nicht über den Markt, sondern nur über staatliche Kooperation.
 
Länder wie Bulgarien und Rumänien verschenken mit ihrem Festhalten an neoliberalen Dogmen ihre Gegenwart und verspielen ihre Zukunft. Wer jetzt aus ideologischen Gründen verhindert, dass der Staat – wie das in Asien und insbesondere in China geschehen ist – in massiver Weise in öffentliche Infrastruktur und die Bildung seiner Einwohner investiert, versündigt sich an den zukünftigen Generationen. Er vergibt damit auch die Chance, einen Aufschwung in Gang zu setzen, der private Investoren nach sich zieht und schließlich auch ohne permanente Anstöße durch den Staat erfolgreich sein kann.
ZITATENDE
© bezogen auf die Anmerkungen: Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)