Die Verwendung der Sprache als „stratagem to cover nakedness“, ist Mißbrauch der Sprache.

Die Verwendung der Sprache als

stratagem to cover nakedness

(__Harold Pinter__)

ist Mißbrauch der Sprache. 

Diese Mißbrauchsbildung wird einst mit der Klassenbildung menschlicher Gesellschaften einhergegangen,

bzw. notwendig geworden sein.

Zumindest ist es nicht einzusehen, wieso die Prähistorischen die Sprache entwickelt hatten, um dann nicht das zu sagen, was sie zu sagen hatten.

(__Und da berechtigt zu vermuten ist,
daß sie noch im Zusammenhang wahrnahmen,
war jenes,
das sie sagten,
nicht einmal „lediglich“ aus ihrer Sicht gesagt

— im Gegensatz zu heute,
wo man in seine Rede

aus meiner Sicht

einfließen läßt,
denn das signalisiert:

ich bin aufgeklärt, d.h. tolerant

… also rhetorisch.__)

Insofern geht mit Klassenherrschaft einher, den Menschen ins Gesicht lügen zu müssen — da das dann keine Frage des Wollens oder des Nichtwollens mehr ist, denn es entspricht ihrer inneren Logik. Daraus ergibt sich allerdings zwingend, ein „Moralsystem“ in den Köpfen der Masse der Menschen zu verankern, so daß vom einzelnen Menschen verlangt werden kann:

„lüge nicht!”.

Obwohl doch das menschliche Wesen von sich aus gar keine Neigung zu lügen zeigt, zumindest keine, die von vornherein ein Zwangssystem forderte …

Daraus ergibt sich nicht nur ein (__konstruktiv__) un_auflösbarer Widerspruch, sondern diese Zwangsmoral macht die Menschen kollektiv zu Neurotikern, die die Spin_Doktoren solcher Herrschaft immer wieder eine neue „große“ Lügengeschichte erfinden

und erzählen läßt

— deshalb auch

in_offiziell

„Erzählung“ genannt,

wenn auch ab und an

„eingestreut“

verlauten lassend:

Wir brauchen eine neue Erzählung!

oder, da manche Spin_Doktoren meinen, das sei wichtig:

Wir brauchen ein neues Narra_tiv!

Wenn es aber so ist, daß die Sprache sowieso ein ungeeignetes Mittel ist, Wirklichkeit abzubilden, wäre es dann nicht besser zu schweigen?

Ok,

geht in einer durchneurotisierten Gesellschaft nicht, hieße ja, die eigene „nakedness“ zu „sehen“.

Wie dem auch sei, persönlich fände ich es richtig, wären alle Menschen blind und schwiegen, denn erst so hätte jenes wohl Chance auf Verwirklichung, das fehlt:

Ohne Ansehung der Person, das menschliche Wesen zu „sehen“.

Ich halte es für un_wahrscheinlich,
daß das für Prähistorische eine naive Forderung gewesen wäre
— denn es wäre eine un_notwendige gewesen.




Wohl eingebettet, wird sich diese kleine Passage an einer gewissen Stelle meines neuen Buches finden, das vermutlich zum Ende der ersten Hälfte des kommenden Jahres sein Erscheinen feiern wird.

© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)