!_VORSICHT_!

!_VORSICHT_!

— „lobbykratisches Zeitalter“ ist

_keine_

andere Bezeichnung fürs mythische Zeitalter des Postfaktischen!

Obwohl es real eine Lobbykratie gibt,

bzw. wir nun in das lobbykratische Zeitalter eingetreten sind,

bedeutet das nicht, daß es sich dabei um eine andere Bezeichnung für das mythische Zeitalter des Postfaktischen handelte. Das kommt daher, daß seine Phänomene keineswegs die sattsam unverstandenen des Postfaktischen, sondern _real_ dadaistisch-surreale sind. Folglich kann das lobbykratische Zeitalter _nicht_ das mythische Zeitalter des Postfaktischen sein.

Falls Sie das irritieren sollte,

könnte ich Sie an dieser Stelle deshalb bequem beruhigen,

selbst wenn Sie meinen sollten,

daß „dadaistisch-surreal“ für Politisches nicht passend, geschweige fürs lobbykratische Zeitalter verwendet werden _dürfe_

(__obwohl das Politische,
wie alles andere in menschlichen Gesellschaften auch,
also bspw. Künstlerisches, Wirtschaftliches usw.,
stets Gesellschaftliches ist, 
so eigen_artig 
persönlichen oder kollektiven Ausdruck
es auch finden mag:
genial, banal oder absurd
— wobei das Geniale
im lobbykratischen Zeitalter
nicht nur nicht mehr benötigt,
sondern geradezu bedrohlich
„wahrgenommen“
[__?__]
wird
__),

oder gar eine Beleidigung für alle einst aufrechten Dadasophen und Surrealisten sei —

denn es paßt unter der Voraussetzung,

daß Sie das Dada der Dada-Bewegung ruhenlassen, da sein Unterschied zu jenem Dada des lobbykratischen Zeitalters ähnlich groß ist wie jener,

der die Wortschöpfung „Dada“ von der absurden Begriffsbildung „Dadaismus“ trennt,
die suggeriert,

einen un_bewußten Prozeß (__„Dada“__),

(__als Benennung einer künstlerisch wirksam gewordenen
Reaktion auf eine
eigen_tümliche Gesellschaftsentwicklung
im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts u.f.Z.__),

über eine nach Theoretisierung aussehende Begriffsbildung (__„Dadaismus“__)

„gefaßt“ zu haben.

Kann aber etwas nicht theoretisiert werden, darf man es auch nicht mit einem Begriff belegen, der den falschen Eindruck erweckt, etwas Nichttheoretisierbares sei über eine „Ismus-Belegung“ theoretisiert worden, wie es bspw. dem „Dada“ der „alten Zeit“ widerfahren ist. Dies ist übrigens mit der lobbykratischen Behauptung vergleichbar, das Wesen des Menschen sei mittels neoliberaler Metaphern wie:

über die lange Frist,

so zu „fassen“, daß die Träger des Menschlichen,

so sie nicht menschlich reduziert,
also schon längst marktkonform getrimmt worden sind,

ähnlich zu beeinflussen wären wie diese über

andere

monotheistische Glaubensvorstellungen

(__die,
im Gegensatz zur Glaubensvorstellung vom
Gott „Markt“,  der mittels seiner unsichtbaren Hand  walte
und über die finanzsektoralen Tricks seiner Hohepriester schalte, 

mit religiösen Versatzstücken ausgestattet__)

mitunter zu Regungen des Glaubens verleitet werden konnten,

und offenbar immer noch verleitet werden können,

bspw. den Spruch:

Der Glaube versetzt Berge!

für bare Münze zu nehmen

— wie die sich durch die Geschichte ziehende Blutspur lehrt.

Also ist „Dada“ fürs lobbykratische Zeitalter unter der Bedingung die adäquate Bezeichnung, daß es im Sinne des Nonsens-Begriffs „Dadaismus“ für jene Regungen verwendet wird, die Lobbykraten eigen sind,

diesen aber unbewußt bleiben,

was ja Bedingung für deren ideologische Schöpfungen

— und diese zu „erklären“ —

ist.



Das sich gemeingefährlich Auswirkende am Behaupten und Reden lobbykratischer Figuren ist aber, daß sie mit Begriffen und Versatzstücken hantieren, die jeder zu verstehen glaubt wie:

„Schulden machen“ ist schlecht, „sparen“ ist gut.

— Das versteht jeder, oder?

Und das, obwohl diese „Positiv/Negativ-Setzung“ Quatsch ist.

Denn die Aussage:

Wo ein Schuldner ist, muß es auch einen Sparer geben,

kann keine Frage der Meinung sein,

kann also nicht diskutiert werden,

da diese Aussage deshalb unumstößlich gilt, da es einen direkten Zusammenhang zwischen „Schuldnern“ und „Sparern“ gibt — also das Umgekehrte genauso gilt. Da das aber so ist, ist die Frage zu stellen, die in diesem Land offenbar von keinem der politisch Verantwortlichen gestellt wird:

Wer hat sich zu verschulden?

  • Die normalen Menschen, also die „Privaten“?
  • Die Öffentliche Hand, als Ausdruck des Staates?
  • Das Ausland, das als „Exportmarkt“ wahrgenommen wird?
  • Die Unternehmen?

Beantworteten Sie sich diese Fragen richtig, erkennten Sie, wo

_hier_

in _diesem_ Land (__!__)
der Hase im Pfeffer liegt.


Mit anderen Worten:

Dada ≠ Dadaismus = Neoliberalismus“

bzw.

das Gerede vom ‘Postfaktischen’ dient der Verschleierung des Lobbykratischen.

Das aber ist ein eindeutig dadaistisch-surreales Phänomen.

Allerdings gebe ich zu,
daß daran nichts schön,
hingegen alles destruktiv
— und nichts authentisch ist.


Zum gesellschaftspolitischen Prozeß des „Dada-surrealen“ siehe:

Anstatt einer Einführung — Ein An_Ruf,

in:

Die tri_logische Sezierung des lobbykratischen Zeitalters, Band II: Zwischenrufe in satirisch-politischen Variationen oder Reale Betrachtungen dadaistisch-surrealer Phänomene in der Lobbykratie“, dort die Seiten 27-32, beginnend mit „Dadaismus ≠ Dada = Neoliberalismus“.

Und daß der Postfaktismus eine Form des Obskurantismus’, bzw.

Postfaktismus = Obskurantismus

ist, erschließt sich Ihnen in:

Das Gerede vom Postfaktischen dient der Verschleierung des Lobbykratischen,

in:

Die tri_logische Sezierung des lobbykratischen Zeitalters, Band III, Teilband 1, Lesung 2.


© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)